23. September 2014

Empfehlungssause: Tolle Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, der September ist ein guter Monat, denn im September hat mein Leiden ein Ende. Mein "Alle meine Lieblingsserien sind in einer gefühlt 100 Jahre langen Sommerpause"-Leiden.

Früher bin ich abends extra früher zu Bett gegangen, damit ich möglichst lange lesen konnte. Dünne Bücher kamen mir nur selten ins Haus, weil ich es immer schrecklich fand, meine neuen Freunde (a.k.a. literarische Protagonisten) wieder ziehen zu lassen, sobald ich das jeweilige Buch ausgelesen hatte. Mit dicken Büchern bleiben die neuen Freunde einfach etwas länger. Und das war mir wichtig.

Und dann bin ich eines Tages zum Serienjunkie mutiert. Den Anfang machte damals "24". Mit schweißnassen Händen hockte ich vorm Bildschirm und zog locker 10 Folgen am Stück weg, weil es einfach zuuu spannend war. Dann freundete ich mich mit Alley McBeal an, die ich beim Durchzappen auf VOX eigentlich immer total beknackt gefunden hatte (Der Tomahawk-Tanz um den imaginären Säugling?! Hallo?!). Aber vor locker 10 Jahren saß ich dann um die Weihnachtszeit mit fiesem Liebeskummer zu Hause, hatte weder einen TV- noch einen Internetanschluss und kam mit "vor die Wand gucken" einfach nicht aus meinem Loch raus. Also brachte mir ein Freund zig Alley McBeal VHS-Kassetten vorbei, denn auch wenn ich keinen Fernsehanschluss hatte, war ich immerhin im Besitz eines TVs uuund (wuhuuu!) eines Videorekorders. Das muss die Zeit gewesen sein, in der Seriendarsteller meine Bücherliebe mehr und mehr aus meinem Leben vertrieben haben.

Tja. Einmal Serienjunkie, immer Serienjunkie. Und da man im Alltag ja schlecht den ganzen Tag vor der Glotze hocken kann, mussten die Abendstunden herhalten, um Lost, Prison Break, Alias, Heroes, The L-Word, Battlestar Galactica und sonst was zu gucken. Es blieb schlicht keine Zeit mehr für Bücher. Auch nicht für ganz dünne.


Noch jahrelang schleppte ich trotzdem regelmäßig ganze Bücherberge nach Hause. Schließlich wird sowas ja zur Gewohnheit mit den Jahren. Aber mit noch mehr Jahren merkt man dann irgendwann doch, dass es sich dabei um rausgeschmissenes Geld handelt, weil man Abend um Abend ja eh nur auf den Bildschirm und nicht in die neuen Bücher starrt.

Wenn mich jemand zum ersten Mal in meiner Wohnung besucht, wird meist mit anerkennendem Unterton "Oh, toll, so viele Bücher! Leute die lesen, sind gute Leute!" oder so was in der Art angemerkt.


Wenn ich dann aber sage, dass ich seit Jahren keinen Roman mehr gelesen habe, weil Serien und so, dann folgt auf die Anerkennung meist nur ein dumpfes "Oh" und ich bin fast etwas beschämt.

Nun denn. Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Aktuelle Bücher kann ich Euch keine empfehlen. Aaaaber Serien. Da bin ich mittlerweile Experte. Und weil mein "Alle meine Lieblingsserien sind in einer gefühlt 100 Jahre langen Sommerpause"-Leiden in Kürze ein Ende haben wird, lasse ich heute und morgen einige meiner liebsten Serien der letzten Jahre für Euch im Rahmen einer fetten Empfehlungssause hochleben.

Die Klassiker wie Downton Abbey, Mad Men, Dexter, Game of Thrones, Homeland, The Walking Dead oder Boardwalk Empire kennt man ja als Serienfreund in der Regel. Deshalb komme ich Euch jetzt versuchsweise mit Empfehlungen, die eben noch nicht jeder unbedingt kennt. Und los geht's:

1. Hit & Miss
Diese Kurzserie - bestehend aus nur 6 Folgen - ist recht starker Tobak. Aber ich mag starken Tobak. Im Zentrum steht Chloe Sevigny in der Rolle der noch nicht operierten transsexuellen Auftragskillerin Mia. Als Mia erfährt, dass sie einen elfjährigen Sohn hat, der nach dem Tod seiner Mutter mit seinen drei Halbgeschwistern ganz alleine dasteht, übernimmt sie das Sorgerecht und zieht zu den Kindern auf einen Bauernhof. Dort wird sie mit Ablehnung und Abscheu ob ihrer Sexualität konfrontiert. Stellenweise war ich wirklich fassungslos wie nah, wie echt, wie brutal und nackt die gesamte Thematik umgesetzt ist. Sowohl inhaltlich als auch schauspielerisch mit Blick auf Chloe Sevigny eine mutige und starke Serie. Nur eben leider sehr kurz.



2. The Returned
Diese französische Serie besticht - meine Güte, mir fällt keine andere Formulierung ein - vor allem durch ihre atmosphärische Dichte: In einem kleinen Bergdorf in Frankreich tauchen nach und nach verstorbene Personen wieder auf und bemühen sich, in ihren ehemaligen Alltag zurückzufinden. Es handelt sich hierbei aber keinesfalls um eine platte Zombie-Geschichte mit Blut, Horror und Co. Vielmehr stehen die emotionalen Kontexte im Vordergrund. Beklemmend und leise werden die einzelnen Geschichten gezeichnet, ohne dass der typische Hau-drauf-Mystery-Hammer geschwungen wird. Vor diesem Hintergrund gilt The Returned eher als Drama-Serie und konnte in dieser Kategorie auch einen Emmy absahnen.



3. Girls
Ich bin kein Freund von lustigen Serien. Und Girls IST lustig. Aber Girls ist auch schräg und tragisch und schrecklich und voller Herz und echtem Leben. Lena Dunham, die auch als Schöpferin und Produzentin hinter dieser Serie steht, spielt die völlig verschrobene Hannah. Als Mittzwanzigerin turnt sie durch ihr Katastrophenleben in New York, träumt von einer Karriere als Schriftstellerin und fällt alle 3 Meter mit allem was sie tut auffe Schnüss. Eigentlich möchte ich viel lieber eine Liebeserklärung an Frau Dunham schreiben, anstatt hier irgendetwas zum Inhalt der Serie zu brabbeln. Mit wie viel Mut sie diese Rolle spielt, haut mich einfach um. Man will sich ständig die Hände vors Gesicht halten, weil man mit ihr leidet und sich auch ein bisschen sehr für sie schämt. Aber noch viel mehr will man sie knutschen, weil sie sich nonstop so herrlich ehrlich mit allem Schwabbel und Pannetum so unvorteilhaft in Szene setzt, dass man einfach nur dankbar ist. Für das Ungeschönte, für den Selbstzynismus und für jedes einzelne "Na und?! Dann schwabbelt da halt was!". Ach so, natürlichen spielen da auch noch andere Leutchen mit. Die sind auch okay. Aber Lena...Lena ist ne Heldin! Und ganz im Ernst: Der Trailer gibt nicht mal im Ansatz wieder WIE TOLL diese Serie ist.



4. Scandal
Meine Güte, wer ist eigentlich für so schlechte, nichts sagende Trailer verantwortlich?! Wenn ich jetzt nämlich sage, dass ich Scandal LIEBE, und Ihr Euch dann den Trailer anschaut, denkt Ihr: "Lahm! Die hat se doch nicht mehr alle!". Also: Kerry Washington (unglaublich schöne Frau!) spielt Olivia Pope und "Olivia Pope fixes things". Glaubt man dem Trailer hält man diese Serie für schnöden Krimi-Kram, in dem einfach nur irgendwelche Fälle gelöst werden. Das ist aber völliger Quatsch. Frollein Pope löst nicht IRGENDWELCHE Fälle, sondern arbeitet mehr oder weniger unfreiwillig mit dem Weißen Haus zusammen und muss ständig den ganzen Mist, den die Regierung verbockt, wieder grade rücken. Aber auch darum geht es eigentlich nicht wirklich. Diese Serie lebt von der Affäre zwischen Frollein Pope und Mister President und von familiären Verstrickungen. Das klingt vielleicht platt, IST ES ABER NICHT! Im Zuge der ersten Staffel war ich angefixt und mit der zweiten Staffel war ich Feuer und Flamme. Die einzelnen Charaktere sind durchweg unglaublich gut gezeichnet, die Langzeithandlung hat tolle Wendungen auf Lager, das Verschwörungspotential stimmt auf den Punkt und man will ständig schreien "Boah, Du doofer Presi-Kopp, klopp datt Weiße Haus inne Tonne, nimm die Frau und hau ab!". Wirklich, diese Serie kann so viel mehr als der Trailer suggeriert...



So. Den nächsten Rutsch gibbet morgen. Ich verbleibe mit freundlichen Junkie-Grüßen und freue mich über EURE Serien-Tipps. Und nein: Breaking Bad will ich nicht gucken. Und ja: Ich hab es wirklich, wirklich, wiiiirklich versucht. Mehrfach.

Merke: Bei EDEKA gibbet aktuell Brathähnchen-Kartoffelsalat im Kühlregal.
Sehr, sehr geil.

17. September 2014

Unterwegs in der Hölle. Oder: "Ich HASSE diesen Tag!"

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, gestern war ich in der Hölle unterwegs. Und weil das wirklich starker Tobak war, bitte ich jetzt all diejenigen mit sanften oder empfindlichen Gemütern, einfach wieder wegzuklicken. Denn schön ist anders. Und lecker erst recht.

Ich hab nun wirklich ein Weilchen überlegt, ob ich über diesen Höllenausflug überhaupt schreiben soll. Man kann ja manchmal durchaus auch einfach mal schweigen. Aber man kann auch durchaus mal "So ne Scheiße!" sagen. Das ist dann halt das wahre Leben...so ganz ohne Tüdelü und Heititei, ohne Sonnenuntergänge oder schön angerichtete Abendbrotteller. Und ab und an darf das ruhig mal raus. Finde ich.

(Mama, lies das NICHT!)

Also. Gestern. Nach zwei Wochen mit dem Stressteufel im Nacken wollte ich es gestern ruhig angehen lassen. Mir etwas Gutes tun. Die Sonne genießen. Durchatmen. All sowas eben.


Und so habe ich mich gegen Mittag auf einen Spaziergang begeben. Kleidchen an, Kamera über die Schulter und ab anne Ruhr. Dort wollte ich einfach ein bisschen rumsitzen und vielleicht ein Foto für Fees und meine Foto-der-Woche-Aktion eintüten. Mehr nicht.

Ich steige aus dem Auto, freue mich in all meiner Herbstfetischhaftigkeit über das Laub im Allgemeinen und Besonderen und laufe los.


Auf dem Weg zur Ruhr entdecke ich so Dinger. Keine Ahnung wie sie heißen, aber sie sind riesig. Mindestens zwei Meter hoch.


Natürlich will ich sie fotografieren. Und zwar so, dass ich unter ihnen stehe, damit man erkennt wieeee groß sie sind. Ich kämpfe mich mit nackten Beinen durchs Dickicht. Für ein schönes Foto ist mir wenig zu doof. Das Dickicht zerschrammt mir distelig die Beine. Macht nix. Weiter. Das Dickicht reisst mir mein Kleid auf. Macht was. Sofortiger Rückzug und Flunsch.

Ich hocke mich an die Ruhr, strecke die Beine aus, halte mein Gesicht in die Sonne, mache einen auf Idylle, will mich nach hinten lehnen...


...und ramme mir an einem Stückchen Holz einen Splitter in die Handfläche. Was macht man als kompetenter Splitter-Entferner so ohne Pinzette und Kamillebad?! Dran rumlutschen. Klar. Hilft aber nicht. Splitter bleibt drin.

Pfff. "So ein Splitter versaut mir doch nicht meinen Ausflug!" denke ich und bleibe einfach sitzen. Dann kommen ca. 27 Bremsen vorbei und rufen "Ha! Wir aber!"

Als verifizierter Bremsenallergiker nehme ich die Beine in die (Splitter-)Hand und renne los. Am Dickicht vorbei und zurück auf den Gehweg. Dann will ich Berit eine Voice-Nachricht per Whatsapp schicken, um mich über die Bremsenattacke zu beschweren. Geht aber nicht. Weil mein Handy nicht in der Tasche ist. Ich renne zurück zum Ruhrufer. Nix Handy. Panik. Ich renne zurück zum Auto. Nix Handy. Noch mehr Panik. Ich renne zurück zum Dickicht. Und tatsächlich: mittendrin liegt mein Handy. Beine noch mehr zerschrammt, Kleid noch mehr zerfleddert. Aber nun gut.

Handy gerettet und zurück auf dem Gehweg. Zwischen dem Gehweg und der Ruhr befindet sich ein kleines Mäuerchen. Ich beschließe, dass es lustig wäre, mich per Selbstauslöser auf dem Mäuerchen zu fotografieren. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen, vor dem mir das Szenario peinlich sein müsste. Also deponiere ich meine Kamera im angemessenem Winkel auf dem Boden, starte den Selbstauslöser und will in Sekundenschnelle leichtfüßig auf das Mäuerchen hüpfen.

Das geht aber nicht. Das Mäuerchen ist nämlich doch eher eine Mauer und ich ähnele eher einem gestrandeten Wal, als ich mit dem Bauch...ach, egal. Stellt Euch einfach einen gestrandeten Wal auf einer Mauer vor. Dieser Moment war mir vor mir selbst schon peinlich genug, aber schlimmer geht ja bekanntlich immer. Das zerfledderte Kleid ist nicht besonders lang. Und während ich da so rumstrande, guckt mein Hintern raus. Das merke ich, weil plötzlich von hinten jemand "Hahahaha, kumma, ey! Die zeigt uns ihren Arsch!" grölt.

Ich spiele kurz mit dem Gedanken an einen Spontantod, lasse mich von der Mauer gleiten plumpsen, tue so, als ob ich die türkischen Jugendlichen zwischen den Bäumen weiter hinten gaaaar nicht bemerkt hätte, schnappe mir meine Kamera, mache einen auf "Hö?! War was?!" und schlendere betont lässig weiter.

In den folgenden 5 Minuten passiert nichts. Zumindest nichts Schlimmes. Ich mache Fotos.


Dann entdecke ich einen komischen Baum. Dieser Baum sieht aus wie ein Zelt. Und weil Zeltbäume spannend sind, muss ich das natürlich näher untersuchen. Ich suche den Eingang...


...und betrete das Zelt. Kamera schön vor der Nase, Foto hier, Foto da...und dann rutsche ich aus. Schon in der ersten Sekunde weiß ich es. Dieses Rutschgefühl am Schuh kann nur eins bedeuten und im Fall denke ich noch "Nein, nein, neiiiiiiin!".

So. Nun muss ich gut überlegen wie ich die Sachlage beschreibe, ohne zu ekelig zu werden.

Also. Stellt Euch vor der Teufel hätte sein Geschäft verrichtet. Und stellt Euch vor, dass der Teufel sehr, sehr, seeeeehr groß ist. So ein großer Teufel macht kein kleines Geschäft! So ein Teufel hat auch keine normale Toilette für seine Fäkalien. Er hat natürlich ein überdimensionales Baumzelt. Und wer latscht da rein? Ich. Natürlich.

Ich schwöre es Euch: Kuhfladen sind NICHTS gegen Teufelshaufen! Und JAAA, ich habe ein Foto davon gemacht. Aber das sprengt wirklich alle Grenzen des guten Geschmacks UND des schrägen Humors. Deshalb tue ich Euch das jetzt NICHT an.

Jedenfalls sitze ich da für einen Moment neben dieser stinkenden Monstrosität und weiß nicht, ob ich sauer (weil reingetreten) oder erleichtert (weil daneben gefallen) sein soll. Ich entscheide mich letztlich ob des bestialischen Gestanks eindeutig für Sauersein, rapple mich auf und fange an, meinen Schuh am Boden abzuwetzen. Während ich also wie ein Pferd mit meinem einen Huf scharre und die Luft anhalte, um nicht in Ohnmacht zu fallen, höre ich jemanden hinter mir. Und dann steht da auf einmal so ein Pannemann, holt sein Geschlechtsteil raus und macht Pipi. 1,5 Meter FRONTAL NEBEN MIR!

Eloquent wie ich bin sage ich "AAAAALTER! Warte doch wenigstens kurz bis ich weg bin!" Das interessiert den Pimmelmann aber mal so gar nicht. Er sagt "Ach so, klar!" und pinkelt weiter.

Ich bin fassungslos und gehe. Und spiele weiter Hufscharren. Bis eine Bank kommt. Ich setze mich, schnappe mir mein Handy und erstatte Berit Bericht. Dann scharre ich neben der Bank weiter mit meinem Stinkehuf und möchte am liebsten vor dem Gestank weglaufen. Geht aber nicht. Also setze ich mich völlig gefrustet wieder hin und denke nach. Der Teufelshaufen hat sich nämlich in mein Schuhprofil gefressen. Und so kann ich ja schlecht in mein Auto steigen. Von der olfaktorischen Vergiftungsgefahr mal ganz abgesehen.

Tja. So sitze ich da rum. Und dann kommt plötzlich der Pimmelmann um die Ecke. Ich gucke gezielt in die andere Richtung und hoffe, dass all meine Poren irgendetwas zwischen Verachtung und Missachtung aussenden. Hat nicht geklappt, denn tatsächlich setzt der Bekloppte sich jetzt auch noch neben mich. Ich schwanke noch zwischen "sofort aufstehen und gehen" und "pfff...ich war zuerst hier!", als plötzlich eine Frau auf der Bildfläche erscheint. Pannemann fängt an zu brüllen. Sie solle ihm das Handy geben. Und das Feuerzeug. Und zwar trotz aller Schimpfwörter, die er ihr an den Kopf wirft.

Ich entscheide mich nun doch für "sofort aufstehen und gehen" und entferne mich bis zum nächsten Wiesenstück, um wieder...Ihr wisst schon...die Nummer mit dem Huf.

Frau haut ab, Mann rennt hinterher, Bank wieder frei. Also setze ich mich wieder hin. Keine 30 Sekunden später ist die Frau wieder da, kommt auf die Bank zugerast und setzt sich neben mich. Und zwar DIREKT neben mich. Ihr Arm berührt meinen Arm. Das möchte ich nicht, also springe ich auf und will mich vom Acker machen, als mich der Mann, der sich mit einem Schlag wieder materialisiert hat, anbrüllt: "Ey, ey Duuuu!"

Ich lasse mich nicht beirren und gehe weiter. "Hasse Feuer? Eyyyyy, hasse FEUER?!"

Ich gehe weiter. Und muss mich dann auch noch F...e nennen lassen.

Ich wäge kurz ab und entscheide, dass ich mich einfach um meinen Huf kümmern und den Asi Asi sein lassen sollte. Von Berit hatte ich mittlerweile den Tipp bekommen, dass ich barfuß nach Hause fahren und den Ekelschuh am besten in eine Tüte packen sollte. Falls ich eine Tüte im Auto hätte.

Habe ich. Also setze ich mich auf dem Parkplatz mit der Tüte und dem Schuh zwischen mein und das daneben stehende Auto. Und kratze die Teufelsspuren mit einem Stöckchen und Todesverachtung aus meiner Sohle. Das dauert.

Irgendwann kommt ein Vater mit seiner Tochter vorbei. Sie wollen mit dem Auto neben meinem wegfahren und müssen deshalb an mir vorbeigehen. Ich ziehe den Kopf ein, gucke mit meinem Aa-Stöckchen verlegen zu Boden und hasse diesen Tag.

Da sagt das Mädchen "Papa, die Frau stinkt!"

Arghhhhhh! ICH HAAAASSE DIESEN TAG!

Also werfe ich den elendigen Schuh in die Tüte, springe in mein Auto und fahre nach Hause. Barfuß laufe ich zur Haustür...


...und da fährt ein Auto mit Jungspunden an mir vorbei. Der Beifahrer hängt seinen Arm voooll lässig aus dem Fenster und ruft: "Nur Penner rennen barfuß rum!"

Ich überlege kurz, meine Ekeltüte ins Autoinnere zu werfen. Statt dessen atme ich aber einfach tief durch.

In der Wohnung hole ich den Schuh aus der Tüte, schnappe mir ein Schwämmchen und schrubbe im Handwaschbecken wild drauflos. Ich halte die Luft an. Bis ich fast umfalle. Und dann schnappe ich aus Versehen oder aus Not nach Luft und binnen der nächsten Sekunde - Moment, kurz wieder überlegen wie ich das formulieren soll - naja, ich mache das, was man macht, wenn einem ganz, ganz, gaaaanz furchtbar übel ist. Über den Schuh drüber.

(Mama, ich hab doch gesagt, Du sollst das nicht lesen!)

Dann renne ich ins Wohnzimmer, schnappe mir mein Handy und spreche Berit das Elend bei Whatsapp drauf. Die Nachricht endet mit "Jetzt steht dieser Schuh voll K....e und K...e in meinem Badezimmer und ich weiß nicht was ich machen soll! Und die ganze Wohnung riecht nach Sch...e. Oh Gott, ist das schrecklich!"

Berit findet es zum Glück (Zitat!) sehr sympathisch, dass ich über meinen eigenen Schuh gedingst habe. Also gehe ich alter Sympathiker zurück ins Badezimmer, halte wieder die Luft an und pule mit 10.000 Wattestäbchen die letzten Ekelreste aus dem Profil.

Danach stinkt die ganze Wohnung noch schlimmer. Ich reiße alle Fenster auf und bemitleide mich. Aber da der Tag eh schon im Eimer ist, kann ich auch gleich noch die Küche putzen. In der Küche trete ich in Katzenkotze und schmeiße, weil ich mich beim Ausrutschen an der Heizung festhalten will, das Glas mit der glatten Petersilie, das auf der Heizung steht, runter. Das Glas zerspringt in fast so viele Teile wie ich zuvor Wattestäbchen vermüllt habe. Ich weiß nicht was schlimmer ist: Katze in Glasscherbenküche oder ich barfuß in Katzenkotzeglasscherben oder die Tatsache, dass die Petersilie schon etwas zu lange in dem Wasserglas wohnte und die Siffe, die nun an der Wand klebt, mindestens so fies stinkt wie der Ekelschuhgeruch.

Ich klemme mir die Katze unter den Arm und positioniere uns auf dem Balkon. Dort genieße ich dann die Sonne. Hätte ich mir das mit dem Ausflug zur Ruhr eigentlich auch sparen können.

Danach sind noch 7 weitere doofe Sachen passiert. Aber die erzähle ich jetzt nicht. Jetzt muss ich nämlich zum Dentalschlachter. Auch schön. Und der Splitter sitzt immer noch in meiner Hand.

Merke I: Immer mit Ersatzschuhen spazieren gehen.

Merke II: Überdimensionale Baumzelte meiden.

Merke III: Berits Blog feiert heute Geburtstag!
Schaut mal bei ihrer tollen Verlosung vorbei!

15. September 2014

Der Blogpotential-Startschuss

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute isset soweit: Ich stelle Euch mein neues Projekt vor! Wie ne dicke Henne hab ich ganz schön lange auf der Idee rumgehockt, hab gebrütet, überlegt, gezweifelt und rumgesponnen. Hab zwischendurch immer wieder "Neneneneneeee!" gedacht und von Freunden immer wieder "Doch, doch, doch, doch, dooooch!" zu hören bekommen. Und letztlich hat dann die Tatsache, dass ich hier immer wieder "Einfach machen!" predige, gesiegt. Denn wer ständig "Einfach machen!" säuselt, sollte genau das tun: einfach machen.

Deshalb gehe ich heute mit BLOGPOTENTIAL an den Start!


Nomen est mal wieder total Omen. Es handelt sich also um Workshops für Blogger - wobei der Plural aktuell noch etwas übertrieben ist, denn erst mal gibbet nur EINEN Workshop. Und für den Fall, dass dieser eine Workshop fluppen sollte, kündige ich entsprechenden Nachwuchs an. Aber erst mal gucken, klein anfangen und langsam mit den jungen Blogpferden. Ideen hab ich zwar so viele, dass ich galant platzen könnte, aber ich will die Klappe lieber noch nicht zu weit aufreißen. Erst mal abwarten und auf "Versuch macht kluch" setzen.

Ich würde mir wünschen, dass mein Workshop eher wie ein kleines "Event" funktioniert. Nicht "nur rumsitzen und zuhören", sondern "mitmachen, gemeinsam Spaß haben und ein bisschen Action" soll im Zentrum stehen. Deshalb hab ich mir ein paar kleine Überraschungen einfallen lassen und einen kleinen Bonus oben drauf gepackt. Was das genau bedeuten soll und wie sich das mit Fakten, Fakten, Fakten und Know How verbindet, könnt Ihr auf Blogpotential erfahren. Dort erwartet Euch nicht nur die Workshopbeschreibung en Detail, sondern auch eine kleine Videobotschaft, in der ich versuche, Euch ein bisskn mit meiner Vorfreude anzustecken.


Neben der Vorfreude hatte ich in den letzten Wochen aber auch reichlich Arbeit und "Boah, ey!" im Gepäck. "Einfach machen" war nämlich stellenweise gar nicht so einfach (...Frechheit eigentlich!). Ein Logo musste her, das "Was, Wie & Wo" musste anständig ausgetüftelt und die Technik in den Griff bekommen werden. Und ganz ehrlich: Da gab es ganz schön viele "Kopp-auf-Tischplatte"-Momente.


Deshalb möchte ich an dieser Stelle unbedingt auch DANKE sagen. Danke an Heidi und Phillip, deren Wochenenden ich an der Technikfront beschlagnahmen durfte und die teilweise bis mitten in der Nacht mit mir am Computer gesessen und den "Datt geeeeeht nicht!"-Teufel für mich in die Flucht geschlagen haben. Danke an Michel, der sich um das Design gekümmert und mein ständiges "Ja. So. Aber anders." ertragen hat und sich immer wieder "Und daaaan bräuchte ich noch…" anhören musste. (Zitat Michel: "Du weißt aber schon, dass Du einem auch ganz schön auf die Nerven gehen kannst, oder?!") Danke an Fee, die auf meinem Workshop als ehrenwerter Special Guest einen Vortrag halten wird. Und Danke an Berit und Patrick, die sich über Wochen mein "Boah, ey" reinziehen "durften" und mir mit Rat und Tat (Berit hat zum Beispiel das Videochen mit mir gedreht) zur Seite gestanden haben. Danke an ganz viele Leute, die mir zwischendurch immer wieder Mut gemacht haben, wenn der sich mal wieder in die hinterletzten Ecken verkrümelt hatte. 

Diese Fotos habe ich alle auf Instgram gemopst!

So. Genug gefaselt. Jetzt schalte ich BLOGPOTENTIAL frei und muss aufpassen, dass ich keinen Herzklabatser kriege. Ich hoffe, Einige von Euch haben Spaß an der Sache und vielleicht sogar Lust, sich anzumelden. Und ich sach jetzt einfach mal: Ich glaube datt wird schön. Richtig, richtig schön. 

Merke: Einfach machen und den Popo vom Grundeis kratzen.

Merke II: Sollte irgendetwas auf BLOGPOTENTIAL nicht funktionieren,
würde ich mich freuen, wenn Ihr mir Bescheid sagt!

12. September 2014

Geteilte Aufregung ist halbe Aufregung

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, seit Mooonaten unke ich ja nun schon groß rum und erzähle von irgendwelchen Projekten, an denen ich rumfummle. Zwischendurch habe ich immer wieder auf den fiesen Stressteufel geschimpft und Mimimimimi gemacht. Aber JETZT bin ich auf der Zielgeraden, hab Hummeln im Hintern, bin aufgeregt wie Oberbolle und werde am kommenden Montag eeeendlich eins dieser Projekte auffe große Online-Bühne hieven.

Der Popo geht mir dezent auf Grundeis, aber ich hab auch reichlich Spaß inne Backen. Und gaaaanz eigentlich wollte ich am Montag hier einfach nur n bisskn Budenzauber veranstalten und "So, kumma!" sagen. Aber Berit war entsetzt und meinte: "Watt?! Du willst das NICHT teasern?!". Und ich so: "Ähhhh...NE!". Und Berit so: "Och. DOCH!"

Tja. Also hab ich ne Runde drüber nachgedacht und beschlossen: Geteilte Aufregung ist halbe Aufregung und so unterteile ich meine Aufregung jetzt ganz geschickt in heute und Montag.

Also: Am Montag kommt da was. Und es heißt BLOGPOTENTIAL. Und ich hoffe, dass einige von Euch da Spaß dran haben werden. Anders wär nämlich doof.


Drückt mir die Daumen, dass ich die letzten Meter in den nächsten Tagen anständig gewuppt kriege, denn der Teufel sitzt nicht nur mit der Stresskeule in meinem Nacken, er wohnt bekanntlich auch im Detail. In diesem Sinne: bis Montag und ein schönes Wochenende, verehrte Herrschaften! Seien Sie wieder dabei, wenn es heißt: Datt Geheimnis wird gelüftet!

Merke: Nein, ich habe in "BLOGPOTENTIAL" kein T vergessen.
Das soll so!

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