26. September 2014

Urlaub - eine fremde Spezies!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich sachet ja immer wieder: Urlaub ist in meinem Leben eine ziemlich fremde Spezies.


Das hat mehrere Gründe: Zum Einen habe ich jahrelang im Schichtdienst gearbeitet und somit 2-3x in der Woche mein eigenes Zuhause für rund 25 Stunden gegen meinen Arbeitsplatz eingetauscht. Daraus resultierte, dass es für mich zu einer Art Luxus wurde, mal 1 oder 2 Wochen am Stück in meiner eigenen Wohnung wohnen zu können. Außerdem habe ich zwei Katzenköppe und hatte immer das Gefühl, dass ich ihnen auch mal ein wenig Dauerpräsenz schuldig war, wenn ich denn mal frei hatte. Zum Anderen wollte ich nie alleine in den Urlaub fahren und in meinem Pärchen-Freundeskreis sind die Urlaubspläne immer schon so gut gestrickt, dass man als Single wirklich nicht gut "dazwischengrätschen" kann.

Tja. Als Folge habe ich mir dann einfach jahrelang eingeredet: Urlaub?! Mit Wegfahren und so?! Brauch ich nicht!

Aber ich glaube, das war gelogen.

Zwar jückel ich ab und an mal nach Garmisch, aber das zählt nicht, weil zweite Heimat und so. Oder ich fahre mal für ein paar Stunden nach Amsterdam oder an die holländische Nordsee, schlafe abends auf dem Rückweg dann fast hinterm Steuer ein und bin am nächsten Tag noch kaputter als vorher. Zählt also auch nicht. Dann war ich in den letzten Jahren mal im Rahmen von Konferenzen in Berlin und Hamburg. Aber das ist NOCH anstrengender als die Nummer mit den Holland-kürzer-als-Kurztrips. Zählt also erst recht nicht.


Deshalb ist das kommende Wochenende für mich etwas ganz Besonderes. Ich fahre nämlich mit Fee nach Holland - und zwar OHNE am Abend wieder zurück in den Pott zu düsen.

Für zwei (wuhuuu!) Nächte haben wir ein Hotel direkt am Meer gebucht. Abends werde ich mit dem Rauschen des Meeres einschlafen und morgens wird mein erster Blick auf Strand und Wellen fallen. Dann werde ich aus dem Bett springen, mir eine warme Kuscheljacke und Wollsocken anziehen und mich auf den Balkon setzen. Und einfach nur aufs Meer gucken. Und wahrscheinlich werde ich Pipi inne Augen haben, weil glücklich und so.

Für die Meisten ist das vielleicht nichts Besonderes, aber ich platze wirklich fast vor Vorfreude, denn seit einigen Wochen knöttere ich alle zwei Tage "Boah, ich glaube HEUTE kippe ich WIRKLICH um!". Mein Akku ist alle. Richtig alle. Mit allem, was dazugehört: Nerven blank, Rücken aua, Nächte unruhig, Laune doof. Und an so einem Punkt schnalle dann sogar ich: Ich muss mal raus. Und nicht nur für ein paar Stunden.

Wir werden in Egmond aan Zee residieren. Vor Jaaaahren war ich mal über Weihnachten direkt umme Ecke in Alkmaar und habe damals einen kurzen Ausflug nach Egmond gemacht. Zu dieser Zeit hatte ich noch keine schnieke Kamera und so finden sich von diesem Urlaubchen nur noch zwei Bilder in meinem Bestand, aber auf denen ist alles drauf, was zählt: das Meer und der Leuchtturm.


Mehr brauche ich in den nächsten Tagen nicht. Naja. Vielleicht noch ne Massage. Und ein bisschen Sonne. Und...nein, nichts und. Ich will ja nicht unverschämt werden. Wenn Meer, Sonne und Massage stimmen, esse ich auch gerne trocken Brot.

Was macht Ihr, wenn Ihr eine Auszeit braucht? Fahrt Ihr durchaus auch mal alleine weg (also für mehr als 1-2 Tage) und ich stelle mich nur an, wenn ich "Mimimimimi, alleine will ich aber niiiich!" sage?! Welche Auftanktipps - von Haldenausflügen mal abgesehen - habt Ihr auf Lager? Ich glaube, ich muss da langfristig mittelfristig mal etwas ändern…

Merke I: Habe gestern mit der Mini-Serie "Five Days" begonnen.
Find ich toppstens!

Merke II: In den kommenden Woche erzähle ich ENDLICH
was es mit dem #halloherbst14-Gewinnspiel GENAU auf sich hat:
Preise, Teilnahmeschluss und Co.!


25. September 2014

Empfehlungssause #3: Tolle Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute gibbet den dritten und letzten Seriensausen-Teil. Unter den Blogposts und vor allem auch auf Facebook haben so viele von Euch sooo viele tolle Tipps rausgehauen und es war Einiges dabei, wovon ich noch nieeee gehört hatte! Wie super ist das denn?! "Hallo Leben, ich muss 200 Runden aussetzen, ich muss Serien gucken!"

Und weil von Euch so viele Empfehlungen kamen, stelle ich sie am Ende des Posts mal im Überblick zusammen. Vielleicht will sich da ja auch noch jemand etwas rauspicken. Aber jetzt erst mal meine letzten 4 Empfehlungen:

1. Orange is the new black
OITNB (die Abkürzung erinnert mich immer an NKOTB) war für mich gaaaanz heiße Ware. Ich kam nämlich nicht dran. Und deshalb hat mir Stephie, die früher auf "Roboti liebt" gebloggt hat, alle Folgen auf mehreren USB-Sticks mit der Post aus Österreich geschickt. Was war ich selig, wenn ein neuer Stick eintraf! Also, die Rede ist von einer Gefängnisserie. Und ich liebe alles (!), was in einem Gefängnis gedreht wird. Allein schon deshalb war ich vom ersten Moment an Feuer und Flamme. Mit großen, krassen Storylines hat diese Serie nicht viel am Hut, zumindest habe ich heute - ein Jahr später - in dieser Hinsicht nix Großartiges (mehr) aufm Schirm. Aber die Charaktere reißen alles raus. Ich mag einfach Serien, in denen die Darsteller alle einen an der Skurrilitätswaffel haben. Und das trifft hier aufs Wunderbarste zu. Und dann der Gefängnisbonus...wie gesagt...damit kriegt man mich immer. (Aber Hand aufs Herz: Wahrscheinlich handelt es sich hierbei eher um - Achtung, Achtung, Klischee-Keule! - eine Frauenserie. Aber das darf ruhig auch mal sein.)



2. The Killing
Die Amis haben mal wieder geklaut: diesmal die dänische Krimiserie "Kommissarin Lund". Jede Folge  entspricht etwa 24 Stunden und verfolgt die Aufklärung eines Mordes an einem jungen Mädchen. Wie immer bei Krimis wäre jedes weitere Wort eins zu viel, deshalb sage ich sonst einfach nix, außer: Diese Serie ist düster, drückend und schwer. Keine typische Krimikost, sondern eher ein vielfältiges Psychogram, denn die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven (Kommissarin, Verdächtige und Familie des Opfers) erzählt. Daraus ergibt sich ein guter Spannungsbogen und der schnöde Krimigeschmack bleibt aus. Ein toll gemachtes Remake, das allerdings nicht für "Gute-Laune-Stimmung" sorgt.



3. United States of Tara
Und weil ich nicht nur düstere oder grenzwertig unflätige Serien empfehlen möchte, hier mal was aus der lockereren Fraktion: United States of Tara heißt auf deutsch ganz platt "Taras Welten" und handelt von einer Mutter mit multipler Persönlichkeitsstörung. Diese Erkrankung macht ihr Umfeld und sie selbst (ach was?!) natürlich reichlich bekloppt. Tara wird von Toni Colette sooo grandios gespielt, dass sie dafür sogar mit einem Golden Globe und einem Emmy bedacht wurde. Nun gilt wie immer bei mir: Reine Comedyserien mag ich nicht und diese Serie kriegt mich letztlich nicht nur, weil Toni Colette so ein Knaller ist, sondern eben auch, weil es sich um eine sogenannte Dramedy handelt. Behauptet zumindest Wikipedia. Finde ich aber sehr treffend. Keine der bisher vorgstellten Serien würde ich übrigens meiner Mutter ans Herz legen. Diese hier schon!



4. The 100
The 100 ist meine aktuellste Neuentdeckung. Die 12 Folgen der ersten Staffel habe ich in 2 Tagen weggeatmet und warte nun gespannt auf die nächste Staffel. Diese Serie ist in meinen Augen eine Mischung aus LOST und Battlestar Galactica. Wer nun denkt "Ihhh, Raumschiffkram! Blöd!", dem sei gesagt, dass dieser Raumschiffkram nur am Rande eine Rolle spielt. Also: Ein Atomkrieg hat die gesamte Erde geplättet. Die letzten Überlebenden hocken auf einer Raumstation rum und warten auf bessere Zeiten. Genauer: Man wartet darauf, dass die Erde wieder bewohnbar wird, wenn sie die ganze Radioaktivität irgendwann wieder ausgeschwitzt hat. Nun wird aber der Sauerstoff auf der galaktischen Arche immer knapper und so wird sich etwas "ganz Schlaues" ausgedacht: Verstößt man auf der Arche gegen ein Gesetz, wird man ins Weltall geschmissen. Null Toleranz. Nur bei Kindern und Jugendlichen zeigt man sich nachsichtig und sperrt sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr in einen Gefängnistrakt, um sie mit dem Erreichen der Volljährigkeit dann letztlich doch noch ins Weltall zu werfen. Diese Jugendlichen sind somit quasi ohnehin Todgeweihte und dürfen deshalb als Versuchskaninchen herhalten. Ab auf die Erde mit ihnen, um zu gucken, ob sie dort überleben können. Wenn ja, will der Rest der Raumschiffmeute nachrücken. All das findet in der ersten Folge statt und bildet sozusagen die Ausgangssituation. Im Folgenden dreht sich alles um den neuen Lebensraum "Erde" und dort werden die 100 Versuchskaninchen mit LOST-ähnlichen Zuständen konfrontiert, denn NATÜRLICH sind sie auf der Erde gar nicht allein und es passiert ganz viel mysteriöser Kram. (ACHTUNG: Ich habe NICHT behauptet, dass The 100 genau so gut wie LOST wäre! Aber ich fand die Serie so gut, dass ich mich immerhin auf die zweite Staffel freue.) 



So. Und jetzt eine servicefreundliche Auflistung EURER Empfehlungen. Unsortiert, unverlinkt und einfach runtergeschrieben. Einige davon habe ich bereits gesehen, einige kenne ich vom Namen her, aber viele sagen mir (noch) gar nichts:

  • The Shield
  • The Big C
  • Over there
  • Five Days
  • Whitechapel
  • Banshee
  • The Hour
  • Suits
  • Life
  • Firefly
  • Merlin
  • Angels in America
  • Real Humans
  • American Horror Story
  • The Newsroom
  • Chuck
  • The ChatherineTate Show
  • Big School
  • Ray Donavan
  • Orphan Black
  • Ripper Street
  • Peaky Blinders
  • Top of the Lake
  • Vikings
  • Harper's Island
  • The Americans
  • Masters of Sex
  • 5 Days to Midnight
  • Das verschwundene Zimmer
  • Men at Work
  • The Leftovers
  • Life on Mars
  • Ashes to Ashes
  • Men stroke Women
  • Legends
  • Once upon a Time
  • Outlander
  • Under the Dome
  • Der letzte Bulle (für Ruhrpottfreunde!)
  • Veronica Mars
  • Flash Forward
  • The Assets
  • Carivale
  • Brothers and Sisters
  • Damages
  • Da Vinci's Demons
  • Sleepy Hollow
  • Hannibal
  • Zero Hour
  • Being Erica

Folgende Serien wurden besonders häufig genannt:

  • True Detecitves
  • Sons of Anarchy
  • Die Brücke
  • Fargo
  • The Wire
  • Revenge
  • House of Cards
  • Borgen
  • Der Tatortreiniger
  • The West Wing
  • Bates Motel

Ich habe noch längst nicht alle Trailer angeschaut, aber angefixt haben mich bis jetzt Five Days, Top of the Lake (beides Mini-Serien), die Brücke und Real Humans.

Heute startet in den USA übrigens eine neue Serie, die mich auch schon freundlich anlacht: How to get away with Murder (von den Machern von Scandal und Grey's Anatomy):



Und auf The Affair bin ich auch n bisskn gespannt. Startet am 12. Oktober:



Und für alle, die Scandal genauso lieben wie ich: Heute startet in den USA die neue Staffel und eeeendlich klärt sich die Frage: "Where on earth is Olivia Pope?". In diesem Sinne: Viel Spaß im Serien-Kosmos...ganz egal was Ihr guckt! 

Merke: Trotzdem mal wieder ein Buch lesen, Juli!

24. September 2014

Empfehlungssause #2: Tolle Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, heute geht es heiter weiter mit meiner kleinen, illustren Seriensause! Wer den ersten Teil verpasst hat: HIER entlang!

So. Jetzt aber nich lang schnacken und so...es geht los:

1. Shameless
Ich habe es gestern schon gesagt: Ich mag keine lustigen Serien. Aber wenn sich Komik mit Tragik paart, bin ich wieder am Start. Also...ich lege Euch Shameless in der US-Version ans Junkie-Herz, denn die Amis haben hier mal wieder geklaut und sich das gleichnamige britische Original als Vorlage geschnappt. Aber das haben se gut gemacht. Es geht um die Gallaghers: Vatter Frank hat 6 Kinder. Und Vatter Frank hat nicht nur ein Alkohol-, sondern irgendwie ein Alles-Problem. Er kriegt weniger als nix auf die Kette, würde alle seine Kinder für ne Pulle Bier verkaufen und klaut ihnen jeden Penny unterm Hintern weg, denn in dieser Familie sehen die Kinder zu, dass sie irgendwie (!) das Geld verdienen. Vielleicht mag man diese Serie zunächst für Klamauk halten, aber je tiefer man reinrutscht, desto stärker nimmt man die Tragweite der Tragik wahr. Und man liebt die Charaktere...einfach weil sie durch die Bank weg so eigen, so bekloppt, so herzlich und verzweifelt sind.



2. Black Mirror
Black Mirror ist wahrscheinlich die abgefahrenste Serie, die ich je gesehen habe. Sie besteht nur aus zwei Staffeln zu je 3 Folgen und ich habe jede einzelne wie eine sündhaft teure Praline (oder so) verzehrt, anstatt sie alle in einem Rutsch wegzugucken. Pro Abend nur eine Folge, um meine Freude daran ein wenig in die Länge zu ziehen. Jede Folge wartet mit einem völlig anderen Cast, einer völlig anderen Story und sogar mit einer völlig anderen Realität auf. Es handelt sich also eher um Kurzgeschichten, die jedoch eins gemeinsam haben: Sie zeichnen ein Bild einer möglichen Realität im Kontext medialer Entwicklungen. Versteht jetzt kein Mensch, wenn ich das so sage, oder? Man könnte auch sagen, dass es hier um "sowas könnte von sowas kommen" geht. Achtung: Diese Serie ist krass. Manche Folgen mehr, manche Folgen weniger. Aber schon die erste Folge greift inhaltlich in eine wirklich harte Schublade und wer eher auf "Larifari und schöne Welt" steht, der ist an dieser Stelle mit Black Mirror sicherlich NICHT gut beraten. (Mich hat übrigens am meisten die letzte Folge geflasht. Da hab ich wirklich mit offenem Mund vorm Bildschirm gehockt!)



3. Misfits
Wenn man sich die erste Folge von Misfits anschaut, ist man wahrscheinlich alles andere als begeistert. Wenn man aber aus Langeweile (oder so) trotzdem weiter guckt, ist man nach 3-4 Folgen wirklich schwer verliebt, FALLS man auf bösen Zynismus, harte Dialoge, abstruse Stories und ein bisskn Mystery steht. Normalerweise bin ich absolut kein Vertreter der snobby "Ohhh, das muuuss man aber uuuunbedingt im Originalton gucken!"-Liga. Aber in diesem Fall gilt: Doch. Muss man! Zwar wird hier teilweise in sehr extremem Cockney-Dialekt gesprochen, aber nach 2-3 Folgen hat man meiner Meinung ein Ohr dafür und kommt klar. Aber worum geht's eigentlich?! Also: 5 jugendliche Straftäter werden zu Sozialstunden verdonnert und während ihrer ersten Schicht trifft sie der Blitz. Danach verfügen sie über übernatürliche Kräfte, schnallen erst mal nix und machen nur Mist. Klingt auch wieder nach Klamauk? Auch wieder falsch! Denn Misfits ist tatsächlich eine Drama-Serie, die in meinen Augen vor allem von den Charakteren und ihrem ruppigen Miteinander lebt. Und einer der Darsteller spielt jetzt bei Game of Thrones mit. Tut nix zur Sache, aber ich hab mich da voll drüber gefreut. Hinweis #1: Nach der zweiten Staffel baut diese Serie radikal ab. Aber das ist ja leider häufig so. Hinweis #2: Große Soundtrackliebe! Allein die Openermusik...hach! Noch nie habe so gerne einen Vorspann geguckt. Hinweis #3: Wem "Girls" zu "unflätig" ist, der sollte es mit Misfits gar nicht erst versuchen.



4. The Following
Diese Serie ist im Thriller-Segment anzusiedeln und legt ihren Fokus somit vor allem auf Spannung und Schockmomente. Aber auch die Entwicklung der einzelnen Charaktere und die diversen Erzählstränge sind wirklich gut gemacht. In der Rolle des FBI-Agenten Ryan Hardy hat Kevin Bacon den Serienkiller Joe Carrol am Haken. Und umgekehrt. Denn Joe Carrol gelingt es trotz seiner Gefängnisunterbringung, einen Kult aufzubauen, der in seinem Namen weiter mordet und Herrn Hardy nicht zur Ruhe kommen lässt. Das Ganze nimmt vor allem in der zweiten Staffel extreme Ausmaße an. Mich hat insgesamt am meisten Kevin Bacon beeindruckt: Den vollkommen verhärmten Agenten mimt er mit Bravour! Bislang existieren 2 Staffeln zu je 15 Folgen und eine dritte Staffel is yet to come.



So. Und weil ich noch mehr "Muss man gesehen habe"-Serien auf Lager habe, verlängere ich meine zweiteilige Empfehlungssause einfach und lege morgen noch mal nach. Also: bis morgen, liebe Serienfreunde!

Merke I: Heute Abend startet der WDR mit meiner gestrigen
Empfehlung "The Returned" in Doppelfolgen!

Merke II: Wie glücklich ein mitternächtliches Aufbackbrötchen
mit Avocado und Ei machen kann!


23. September 2014

Empfehlungssause: Tolle Serien, die noch nicht unbedingt jeder kennt!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, der September ist ein guter Monat, denn im September hat mein Leiden ein Ende. Mein "Alle meine Lieblingsserien sind in einer gefühlt 100 Jahre langen Sommerpause"-Leiden.

Früher bin ich abends extra früher zu Bett gegangen, damit ich möglichst lange lesen konnte. Dünne Bücher kamen mir nur selten ins Haus, weil ich es immer schrecklich fand, meine neuen Freunde (a.k.a. literarische Protagonisten) wieder ziehen zu lassen, sobald ich das jeweilige Buch ausgelesen hatte. Mit dicken Büchern bleiben die neuen Freunde einfach etwas länger. Und das war mir wichtig.

Und dann bin ich eines Tages zum Serienjunkie mutiert. Den Anfang machte damals "24". Mit schweißnassen Händen hockte ich vorm Bildschirm und zog locker 10 Folgen am Stück weg, weil es einfach zuuu spannend war. Dann freundete ich mich mit Alley McBeal an, die ich beim Durchzappen auf VOX eigentlich immer total beknackt gefunden hatte (Der Tomahawk-Tanz um den imaginären Säugling?! Hallo?!). Aber vor locker 10 Jahren saß ich dann um die Weihnachtszeit mit fiesem Liebeskummer zu Hause, hatte weder einen TV- noch einen Internetanschluss und kam mit "vor die Wand gucken" einfach nicht aus meinem Loch raus. Also brachte mir ein Freund zig Alley McBeal VHS-Kassetten vorbei, denn auch wenn ich keinen Fernsehanschluss hatte, war ich immerhin im Besitz eines TVs uuund (wuhuuu!) eines Videorekorders. Das muss die Zeit gewesen sein, in der Seriendarsteller meine Bücherliebe mehr und mehr aus meinem Leben vertrieben haben.

Tja. Einmal Serienjunkie, immer Serienjunkie. Und da man im Alltag ja schlecht den ganzen Tag vor der Glotze hocken kann, mussten die Abendstunden herhalten, um Lost, Prison Break, Alias, Heroes, The L-Word, Battlestar Galactica und sonst was zu gucken. Es blieb schlicht keine Zeit mehr für Bücher. Auch nicht für ganz dünne.


Noch jahrelang schleppte ich trotzdem regelmäßig ganze Bücherberge nach Hause. Schließlich wird sowas ja zur Gewohnheit mit den Jahren. Aber mit noch mehr Jahren merkt man dann irgendwann doch, dass es sich dabei um rausgeschmissenes Geld handelt, weil man Abend um Abend ja eh nur auf den Bildschirm und nicht in die neuen Bücher starrt.

Wenn mich jemand zum ersten Mal in meiner Wohnung besucht, wird meist mit anerkennendem Unterton "Oh, toll, so viele Bücher! Leute die lesen, sind gute Leute!" oder so was in der Art angemerkt.


Wenn ich dann aber sage, dass ich seit Jahren keinen Roman mehr gelesen habe, weil Serien und so, dann folgt auf die Anerkennung meist nur ein dumpfes "Oh" und ich bin fast etwas beschämt.

Nun denn. Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Aktuelle Bücher kann ich Euch keine empfehlen. Aaaaber Serien. Da bin ich mittlerweile Experte. Und weil mein "Alle meine Lieblingsserien sind in einer gefühlt 100 Jahre langen Sommerpause"-Leiden in Kürze ein Ende haben wird, lasse ich heute und morgen einige meiner liebsten Serien der letzten Jahre für Euch im Rahmen einer fetten Empfehlungssause hochleben.

Die Klassiker wie Downton Abbey, Mad Men, Dexter, Game of Thrones, Homeland, The Walking Dead oder Boardwalk Empire kennt man ja als Serienfreund in der Regel. Deshalb komme ich Euch jetzt versuchsweise mit Empfehlungen, die eben noch nicht jeder unbedingt kennt. Und los geht's:

1. Hit & Miss
Diese Kurzserie - bestehend aus nur 6 Folgen - ist recht starker Tobak. Aber ich mag starken Tobak. Im Zentrum steht Chloe Sevigny in der Rolle der noch nicht operierten transsexuellen Auftragskillerin Mia. Als Mia erfährt, dass sie einen elfjährigen Sohn hat, der nach dem Tod seiner Mutter mit seinen drei Halbgeschwistern ganz alleine dasteht, übernimmt sie das Sorgerecht und zieht zu den Kindern auf einen Bauernhof. Dort wird sie mit Ablehnung und Abscheu ob ihrer Sexualität konfrontiert. Stellenweise war ich wirklich fassungslos wie nah, wie echt, wie brutal und nackt die gesamte Thematik umgesetzt ist. Sowohl inhaltlich als auch schauspielerisch mit Blick auf Chloe Sevigny eine mutige und starke Serie. Nur eben leider sehr kurz.



2. The Returned
Diese französische Serie besticht - meine Güte, mir fällt keine andere Formulierung ein - vor allem durch ihre atmosphärische Dichte: In einem kleinen Bergdorf in Frankreich tauchen nach und nach verstorbene Personen wieder auf und bemühen sich, in ihren ehemaligen Alltag zurückzufinden. Es handelt sich hierbei aber keinesfalls um eine platte Zombie-Geschichte mit Blut, Horror und Co. Vielmehr stehen die emotionalen Kontexte im Vordergrund. Beklemmend und leise werden die einzelnen Geschichten gezeichnet, ohne dass der typische Hau-drauf-Mystery-Hammer geschwungen wird. Vor diesem Hintergrund gilt The Returned eher als Drama-Serie und konnte in dieser Kategorie auch einen Emmy absahnen.



3. Girls
Ich bin kein Freund von lustigen Serien. Und Girls IST lustig. Aber Girls ist auch schräg und tragisch und schrecklich und voller Herz und echtem Leben. Lena Dunham, die auch als Schöpferin und Produzentin hinter dieser Serie steht, spielt die völlig verschrobene Hannah. Als Mittzwanzigerin turnt sie durch ihr Katastrophenleben in New York, träumt von einer Karriere als Schriftstellerin und fällt alle 3 Meter mit allem was sie tut auffe Schnüss. Eigentlich möchte ich viel lieber eine Liebeserklärung an Frau Dunham schreiben, anstatt hier irgendetwas zum Inhalt der Serie zu brabbeln. Mit wie viel Mut sie diese Rolle spielt, haut mich einfach um. Man will sich ständig die Hände vors Gesicht halten, weil man mit ihr leidet und sich auch ein bisschen sehr für sie schämt. Aber noch viel mehr will man sie knutschen, weil sie sich nonstop so herrlich ehrlich mit allem Schwabbel und Pannetum so unvorteilhaft in Szene setzt, dass man einfach nur dankbar ist. Für das Ungeschönte, für den Selbstzynismus und für jedes einzelne "Na und?! Dann schwabbelt da halt was!". Ach so, natürlichen spielen da auch noch andere Leutchen mit. Die sind auch okay. Aber Lena...Lena ist ne Heldin! Und ganz im Ernst: Der Trailer gibt nicht mal im Ansatz wieder WIE TOLL diese Serie ist.



4. Scandal
Meine Güte, wer ist eigentlich für so schlechte, nichts sagende Trailer verantwortlich?! Wenn ich jetzt nämlich sage, dass ich Scandal LIEBE, und Ihr Euch dann den Trailer anschaut, denkt Ihr: "Lahm! Die hat se doch nicht mehr alle!". Also: Kerry Washington (unglaublich schöne Frau!) spielt Olivia Pope und "Olivia Pope fixes things". Glaubt man dem Trailer hält man diese Serie für schnöden Krimi-Kram, in dem einfach nur irgendwelche Fälle gelöst werden. Das ist aber völliger Quatsch. Frollein Pope löst nicht IRGENDWELCHE Fälle, sondern arbeitet mehr oder weniger unfreiwillig mit dem Weißen Haus zusammen und muss ständig den ganzen Mist, den die Regierung verbockt, wieder grade rücken. Aber auch darum geht es eigentlich nicht wirklich. Diese Serie lebt von der Affäre zwischen Frollein Pope und Mister President und von familiären Verstrickungen. Das klingt vielleicht platt, IST ES ABER NICHT! Im Zuge der ersten Staffel war ich angefixt und mit der zweiten Staffel war ich Feuer und Flamme. Die einzelnen Charaktere sind durchweg unglaublich gut gezeichnet, die Langzeithandlung hat tolle Wendungen auf Lager, das Verschwörungspotential stimmt auf den Punkt und man will ständig schreien "Boah, Du doofer Presi-Kopp, klopp datt Weiße Haus inne Tonne, nimm die Frau und hau ab!". Wirklich, diese Serie kann so viel mehr als der Trailer suggeriert...



So. Den nächsten Rutsch gibbet morgen. Ich verbleibe mit freundlichen Junkie-Grüßen und freue mich über EURE Serien-Tipps. Und nein: Breaking Bad will ich nicht gucken. Und ja: Ich hab es wirklich, wirklich, wiiiirklich versucht. Mehrfach.

Merke: Bei EDEKA gibbet aktuell Brathähnchen-Kartoffelsalat im Kühlregal.
Sehr, sehr geil.

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