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14. Januar 2014

Leckere Heimat & eine Verlosung

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, fast schon doof, wenn man bereits in der ersten Januarwoche sein Lieblingsrestaurant des neuen Jahres gefunden hat. Das ist ein bisschen so, als ob der Gewinner schon feststeht noch ehe die Lekkilekki-Spiele überhaupt nur eröffnet sind. 

Nun höre ich den einen oder anderen von Euch "Na wart doch erst mal ab!" munkeln. Aber ich sachet Euch: Da gibbet nix abzuwarten. Mein kulinarischer Ruhrpott-Liebling 2014 steht fest...komme was wolle. Und deshalb mache ich sie Euch jetzt schmackhaft...die Heimat in Bochum!


Zugegebenermaßen hat das Restaurant mich ja schon zu 50% allein mit seinem Namen im Sack gehabt. Wochenlang habe ich weit vor der Eröffnung die Entstehungsfotos auf Facebook beäugt und mit den Hufen Messer und Gabel gescharrt. Und dass genau zwischen eben diesen dann vor Ort Grubentuch-Servietten liegen, war natürlich genau nach meinem Geschmack...


Es ist das Zusammenspiel vieler Groß- und Kleinigkeiten, das die Heimat zu einem Ort macht, an dem man sich nur wohlfühlen kann: Rustikales Besteck, warme Holztöne, schwere Türen mit uralten und wunderschönen Beschlägen, gemütlicher Kerzenschein, ein wunderbares, offenes Mauerwerk, aufgestapelte Holzscheite neben dem knisternden Kamin, alte Holzdielenböden, ausnehmend schöne Gläser und ein hervorragender Service, der den Gast herzlich, lustig und klug durch den Abend begleitet. 


Seit September 2013 führen Mirko Wuttig und Thomas Niggemmann die Heimat im ländlichen Bochum-Stiepel unter dem schönen Motto "Zu Besuch bei Freunden", denn genau das ist es, was ihnen mit ihrem Lokal (bestehend aus Restaurant und räumlich getrenntem Bistro mit gutem Kneipenflair) am Herzen liegt. Entspannt soll es sein, ein wenig traditionell, aber auch modern. Das klingt nach "drei Wünschen auf einmal", aber die Heimat kriegt diese Kombination wundervoll gewuppt!


Wenn man übrigens zur rechten Zeit vor Ort ist, kann man aus den westlichen Fenstern der Heimat einen wunderbaren Sonnenuntergang über Wald, Feld und Wiese bewundern. Mein Foto im Folgenden beweist dies nicht wirklich, denn wir waren leider einen Tacken zu spät.


Kommen wir mal zur Sache zum Essen: Serviert wird auf Heimat-Tischen. Könnte man sich etwas in dieser Größe unter die Achsel klemmen, wäre ich versucht gewesen, einen dieser Tische zu mopsen. Ich bin immer wieder begeistert, wenn kleine Ideen so eine große Wirkung haben:


Eine große Wirkung hatte auch das Essen. Und wenn ich mir hier und jetzt die Fotos anschaue, führt mein Speichel direkt wieder ein kleines Freudentänzchen auf! 


Man könnte nun meinen, dass ich zu Übertreibungen neige, aber ich gebe Euch mein großes Ruhrpott-Ehrenwort: Das Heimat-Hähnchen ist das zarteste Hähnchen vonne Welt! Und die Maronensuppe...ich stehe seit ihrem Verzehr ständig missmutig in meiner eigenen Küche herum, denn in Wahrheit will ich nur noch und für immer diese Suppe essen! Das Bananen-Kardamon-Eis lässt sich die Heimat aus dem Ehrenfelder Kugelpudel liefern und erst wollte ich "mag ich nicht" moppern, aber aaaalter Verwalter...sowas Köstliches...ich bin immer noch hin und weg. 

Dass den Heimat-Köchen seitens der Inhaber alle kreativen Freiheiten gelassen werden, schmeckt man! Die Bestandteile der einzelnen Gerichte schmecken per se bereits ausgezeichnet, aber das, was dem Ganzen die kulinarische Krone aufsetzt, ist das Spiel mit den unterschiedlichen Aromen. Mischt man das Eine mit dem Anderen auf Löffel oder Gabel, macht es erst so richtig KLICK! 


KLICK macht es bei mir auch, wenn ein Restaurant auf Nachhaltigkeit und regionale Zutaten setzt. Und genau dieser Philosophie hat sich die Heimat im Rahmen ihrer regelmäßig wechselnden Speisekarte von Herzen verschrieben. Gut so!

Da ich sehr viel Freude daran habe, für heimatPOTTential neue, spannende Orte zu entdecken, gehe ich selten mehr als 1-2x in einem Restaurant essen, auch wenn es mir dort noch so gut gefallen hat. Die Heimat wird da allerdings eine reizende Ausnahme bilden, denn noch während ich dort am Tisch saß, habe ich bereits überlegt, wen ich da in nächster Zeit alles hinschleppen muss. So ein tolles Lokal und solch grandioses Essen sollte sich nämlich keiner entgehen lassen! Und deshalb freue ich mich, dass dieser Post heute mit einer schönen Verlosung daherkommt...


Unter allen volljährigen (!) Teilnehmern, die bis zum 19. Januar um 23:59 Uhr unter diesem Post einen Kommentar hinterlassen, verlose ich zwei Heimatbrunch-Plätze. Aaaaaber ich möchte Euch bitten, folgende Frage zu beantworten: Warum wäret genau Ihr die richtigen Gäste für den Heimatbrunch? Achtung: In den Lostopf schafft es nur, wer im Kommentar eine Mailadresse angibt!


So. Ich bin nicht nur darauf gespannt, wer den Gewinn abstauben wird, sondern auch darauf, was die Heimat 2014 noch alles anstellen wird, denn ein Klavier, Feuertonnen und ein Biergarten samt Totempfahl sind ausgezeichnete Vorboten für richtig schöne Veranstaltungen. In diesem Sinne, herzliche Heimatgrüße!

Merke: Ich will auch so ne Heimat(POTTential)-Kutsche!


Merke II: Ich war vor ein paar Wochen schon mal in der Heimat
und habe dort eine sagenhafte Mais-Pastinaken-Suppe
mit weißer Schokolade (!) gegessen. Ohne diese Suppe wollte ich
nicht mehr weiterleben und habe sie mit 1-2 Tipps vom Kellner
zu Hause nachgekocht. Sooooo lecker.
Das Rezept habe ich "Heimatsuppe aus Seide" getauft.

Merke III: Die Heimat findet Ihr auch auf Facebook!


7. November 2013

Auf der pottschen Eisenbahne...

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, Ausflüge sind ja watt Feinet. Man kann im Pott zu Fuß auf Trallafitti gehen oder per Fahrrad auffm Ruhrtalradweg. Man kann middm Auto durch die Gegend gurken oder auf Skates oder aufm Skateboard. Aber mal ehrlich...Fuß, Auto, Rad...datt is ja alles nix Besonders. Kann ja jeder. Naja, fast jeder.

Und weil ich besondere "Sachen" gut finde, bin ich letztens midde Ruhrtalbahn durch die pottsche Walachei gejückelt. 

Alle einsteigen, alle einsteigen! Heute nehme ich Euch mit auf eine Dampfzug-Tour durch das herbstliche Ruhrtal!


Was Schienenverkehrsnostalgie angeht, hab ich ja ehrlich gesagt keine Ahnung von nix. Ich finde alte Lokomotiven in alten Filmen romantisch. Feddich. Und weil das natürlich eine sehr unqualifizierte und einseitige Betrachtungsweise ist, wurde es (Aaachtung Schenkelklopfer -> ) höchste Eisenbahn für einen Praxistest.

Also hab ich extra ein Kleidchen und meine Sonntagsschühchen angezogen, falls ich vom Zugfenster aus irgendjemanden auf dem Bahnsteig romantisch hätte zuwinken wollen. Naja. Aber als der Zug losfuhr und ich meinen Kopf ausm Fenster hielt, hab ich erst mal von ein paar Zweigen eine gewischt bekommen. Also hab ich das mit dem Winken gelassen und dem "Nicht hinauslehnen"-Schild doch noch gehorcht.


Und was macht man, wenn man den Kopp nich ausm Fenster haltn kann? Erst mal was essen. Klar. Und ich hatte da gaaanz zufällig auch etwas vorbereitet. Dreierlei lecker Bütterken...


Aber wenn ich gewusst hätte, dass während der ganzen Fahrt zwei Herrschaften in adretter Berufsbekleidung von anno dazumal durch die Abteile hoppeln und Frikkos und Co. anbieten, dann hätte ich meinen Picknickkorb vielleicht doch zu Hause gelassen.

Apropos anno dazumal...genau das ist das Tolle an so einem Muesumszug: Es sieht alles wie früher aus (ach was?!).  Zwar bin ich nicht alt genug, um das tatsächlich ausm Stand so beurteilen zu können, aber ältere Herrschaften werden mit Sicherheit einen Flashback nach dem anderen erleben. Lok, Waggons und Angestellte...allet stilecht!


Angestellte?! Soweit ich weiß, sind die Angestellten gar keine Angestellten, sondern Damen und Herren mit einem solch riesengroßen Eisbahnnostalgie-Herz, dass sie die pottsche Dame sogar ehrenamtlich am Laufen halten. 

Und dass die Leute dort wirklich mit ganz viel Herzblut dabei sind, wurde spätestens deutlich, als wir vorne auffe Dampflok ein Stückchen mitfahren durften!


Was soll ich sagen...keine Ahnung von nix und trotzdem reichlich Spaß inne Backen! Und damit meine ich MICH und nicht etwa den Lokführer. Denn dass es sich da um eine richtige Wissenschaft handelt, wurde sogar mir schlagartig klar. Und als dann direkt neben mir Kohle geschaufelt wurde, ist mir wahrscheinlich schön die Kinnlade runtergeklappt. Denn ich Birni hab tatsächlich nie weiter drüber nachgedacht, warum ne Dampflok denn wohl Dampflok heißt. Macht halt Dampf, ne?! Aber warum...joa…die Frage hab ich mir einfach nie gestellt. Schlau is ma widda anders.

Was ich aber eigentlich sagen möchte: Fahrt mal mit der Ruhrtalbahn! Das macht Krach...und Spaß und ermöglicht mal einen ganz anderen Blick auf das Ruhgebiet! Man kann übrigens zwischen manchen Stationen sogar auf den Außenplattformen stehen, sich die Gegend beschauen und den Kopf in den Pottwind halten.


Und wer sich jetzt ein noch besseres Bild von meinem kleinen Erlebnisbericht machen möchte, der guckt sich einfach datt folgende Filmchen an:




Merke I: Im Dezember bietet die Ruhrtalbahn eine Nikolausfahrt an.
Das finde ich ziemlich großartig! Wenn das mal kein toller Tipp für Familien ist?!

Merke II: Man kann die Fahrt wunderbar mit einem
Besuch im Eisenbahnmuseum verbinden.
Muss ich noch nachholen, aber nach getaner Arbeit
war ich einfach feddich midde Welt...



29. Oktober 2013

Der gute Herr Ruhrwohl

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, während ich hinter den Kulissen an meiner neuen zweiten Blog-Heimat frickele (der Countdown läuft nicht nur...er RAST!), serviere ich Euch heute ein lecker Häppchen. Nein, das muss ich deutlicher formulieren. Ich stelle Euch heute jemanden vor, den Ihr - sofern Ihr das Ruhrpott-Herzchen aufm rechten Fleck habt - unbedingt verfolgen solltet. Und dieser Jemand ist der gute Herr Ruhrwohl.

Hinter Ruhrwohl (wenn datt kein klangvoller Name ist?!) verbirgt sich Julius, mit dem ich sehr gerne ab und an mal durch die pottsche Gegend jückel. "Entdeckt" habe ich Julius via Instagram, als er unter eins meiner Bilder schrieb, dass ich einen erfreulich bekloppten Humor hätte...oder so ähnlich. Und seit diesem Tag bin ich ein großer Fan von seinen Bildern...und ich finde: DAS SOLLTET IHR AUCH SEIN!

Also nehmt die Fährte auf und folgt seinen Ruhrpottaufnahmen hier.


Lieber Julius, ich hoffe, Du hast nichts dagegen, dass ich Deine Instagram-Bilder hier zeige. Wenn ich vorher gefragt hätte, wäre es aber keine Überraschung mehr gewesen. Und Überraschungen sind doch watt Feinet!

Merke: Den schönen Namen Ruhrwohl!


27. Oktober 2013

Ich verneige mich!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich bin ja ein echter Kürbisjunkie. Und ich leide bekanntermaßen an einem schweren Zechenfetisch. Und wenn Danny Giessner dann hingeht und einen Zechenfetischkürbis schnitzt, muss ich mich verneigen.

Auf Facebook habe ich das schon getan. Aber das reicht natürlich NICHT aus. Und deshalb verneige ich mich nun auch hier.

Danny, Du bist mein Herbstheld!


So...und wann bringste mir datt Schätzeken jetzt vorbei?! Ich würde mich da zeitlich ganz nach Dir richten!

Merke: Zechenfetisch + Kürbis

17. Oktober 2013

Eine Rede, eine Rede, Veränderungen und Currywurst!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, schon seit einiger Zeit tue ich mich hier auf heimatPOTTential ein wenig schwer und heute erzähle ich Euch warum.

"Der Blog über das Ruhrgebiet" - so heißt heimatPOTTential im Untertitel. Tja. Aber wennwa ma ehrlich sind: In den letzten Monaten gab es hier immer weniger Pott und immer mehr Rezepte, kreatives Alltagsgedöns und Killefitt. Daraus resultierte, dass mir immer häufiger so etwas wie ein schlechtes Gewissen in den Nacken zwackte, wenn ich hier (schon wieder) Non-Pott-Berichte raushaute, eben weil Nomen doch bitte schön auch Omen sein soll und weil ich ihn ja eigentlich auch als solchen halten will...also den Blog...als Ruhrpott-Heimatfront.


Aber Rezepte, kreatives Alltagsgedöns und Killefitt mag ich auch. Und anstatt jetzt weiter eine ungelenke Grätsche zu versuchen, habe ich mich entschieden, einen Zweitblog zu gebären. Dorthin nehme ich meine pottsche Kodderschnauze mit, aber die Ruhrpott-Themen werden hier bleiben, um den Fokus wieder anständig auffe Heimat zu richten. 

Auf dem neuen Blog gibbet dann "den ganzen Rest". Man könnte auch sagen "Einmal mit alles!". Noch ist das neue Schätzeken nicht besuchsfein, aber da ich da aktuell bereits so viel Zeit, Hirn, Herz und Gefrickel reinstecke, wollte ich Euch einfach gerne von diesem Schritt berichten und äußerst liebreizend befehligen, dass Ihr mir dann auch bitte dorthin folgen möget. Aber dazu überrede ich Euch die Tage bestimmt noch mal galanter.

So. Und damit es heute nicht nur "eine Rede, eine Rede!" gibt, habbich auch watt zu essen mitgebracht...und zwar einen Flammkuchen.

Waaas? Schon wieder ein Rezept? Jaaa, aber mit Currywurst! 
Und Currywurst =  Ruhrpott. Ha!


Ich weiß, das ist durchaus etwas gewagt. Aber genau das finde ich eigentlich ganz schön gut. Jedenfalls fing alles vor einigen Wochen hiermit an...


Und der Weg vom Ruhrpott-Flammkuchen über lecker Bütterken zur Currywurst ist nicht weit...kann ich Euch sagen. Tja. Nicht weit und vor allem nicht unlecker! Man vertraue mir und nehme:


Teig ausse Packung fummeln und aufs Backblech legen. Schmand mit Pottsoße mischen...je nach Lust und Laune. Die zarte Creme dann auf den Teig streichen. Bratwürste braten und dann nach Gusto Currypulver und Chiliflocken drüber streuen, klein schneiden, auffer Creme verteilen und mit dünn geschnibbelten Zwiebelringen garnieren. Ab in den Ofen, warten, feddich. 

Lekkilekki. Ehrenwort!

Merke I: Manchmal muss man etwas verändern,
um sich treu zu bleiben.
(Bitte an dieser Stelle eine hochdramatische Geste einschieben.)

Merke II: Zwei Blogs gleichzeitig...na, ob das klappt?!
Versuch macht kluch.


15. Oktober 2013

Coca-Cola goes heimatPOTTential

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, vor ein paar Wochen bekam ich eine Mail von Coca-Cola. Naja...genauer: von der PR-Agentur, mit der Coca-Cola zusammenarbeitet. Diese Mail hatte einen ziemlich entzückenden Aufforderungscharakter: "Sei verrückt! Mach anderen eine Freude!".


Verrückt sein, Freude machen...joa, daran ist erst mal nix verkehrt. 

Eine nette Agenturmitarbeiterin wollte wissen, ob ich nicht vielleicht Lust hätte, "anderen Menschen ein Lachen ins Gesicht zu zaubern".

Sie schlug vor, dass ich

a) zum Beispiel auf meinem Blog Schaukeln verlosen
oder
b) irgendeine andere Aktion mit ihnen umsetzen könnte.

BÄÄÄÄÄM!

Nix gegen Schaukeln, aber ich hatte eine VISION! Also hab ich zackig b) gewählt und einige Wochen später stand ich dann mit 250 gesponsorten Luftballons, einer tollen Mission und einem super Trupp aus Freunden und Bekannten am Fuße der Halde Haniel in Bottrop.


Die Mission lautete: Mit 250 Ballons die Halde hochdackeln, um sie dann quer über den Ruhrpott fliegen zu lassen...also die Ballons, nicht die Halde. An den Ballons baumelten Kärtchen mit schönen, kleinen Botschaften, um dem Finder ein kleines Lächeln zu entlocken. 


Soweit der Plan. Mit von der Partie: ein Fotograf und eine Redakteurin, um der Welt auf der Coca-Cola-Journey-Seite von unserer Tour und von "Im-Pott-is-schön" zu berichten (KLICK!)

Meine VISION beinhaltete natürlich strahlenden Sonnenschein und den göttlichsten aller göttlichen Sonnenuntergänge. Ich träumte von DEN Fotos des Jahres, von Pott-Romantik und von einer 1a Im-Pott-is-schön-Beweisführung.


Aber es kam anders. Ganz anders.

Fangen wir vorne an:

Die 250 Ballons wurden in einem Transporter zum Haniel-Parkplatz gekarrt. Zwischen dem Eintreffen der Ballons und dem Eintreffen der Wandergesellschaft lag planmäßig eine Stunde. Nun wollte der Fahrer des Transporters aber nicht so lange warten. Und da man 250 Heliumballons nicht einfach auf den Boden legen und "Wartet da mal!" sagen kann, hamwa sie an mein Autochen gefriemelt. Man beachte an dieser Stelle bitte, dass sowohl Auto als auch meine Strickjacke überhaupt nicht rein zufällig zu den Coca-Cola-Farben passen.


Sobald die Wandergeschellschaft eintrudelte, wurden die Ballons wieder vom Auto abgepiddelt und Stück für Stück an 250 Grußkärtchen geknotet. Und weil 250 Luftballons ziemlich was her machen, hamwa dabei natürlich auch ordentlich rumgepost.


So. Nun folgt ein extrem wichtiges Beweismaterial: Meine Wandergesellschaft und ich hatten nämlich nicht einfach nur die Ballons auf der Halde steigen lassen wollen! Nenenenene! Wir wollten auch sämtlichen Passanten ein Exemplar aufdrängen aushändigen. Warum? Um Freude zu machen...natürlich!

An diesem Tag ging in Bottrop allerdings die Welt unter. Und bei Weltuntergängen sind bekanntlich keine Menschenmassen unterwegs...naja...vielleicht doch...aber offensichtlich NICHT auf Halden. 

Jedenfalls haben die zwei Ömmakes ihre Beine Rollatoren in die Hand genommen, um ganz schnell nach Hause zu kommen. Aber vorher hamse sich gefreut. Über uns und unsere Ballons!


Und während die Ömmakes den Heimweg antraten, schauten wir der Gefahr ins Gesicht und erklommen die Halde. 


Nun müsst Ihr wissen, dass sich solche Ballonmassen ja verheddern. Und zwar so sehr, dass man bekloppt wird. Also haben wir auf dem ganzen Marsch nach oben ununterbrochen an den Ballonknäulen rumgefummelt, um sie auseinander zu kriegen. Denn wie soll man denn bitte ganz viele Ballons über das gaaaaanze Ruhrgebiet verteilen, die alle verhedderter als verheddert sind?! Aber so friemelige Schnüre bekommt man natürlich NICHT auseinander - und schon gar nicht während man eine Halde erklimmt - wenn an ihren jeweiligen Enden Ballons und Karten hängen.

Muaaaah. Also hamwa die Karten, die wir vorher eine Stunde lang festgeknotet hatten, fast alle wieder abgerissen.

(In einem Hollywood-Film müsste ich jetzt verzweifelt rufen: "Ja was hätten wir denn tun sollen?!")


Ich glaube, es muss auf dem ersten Plateau gewesen sein, als ich für einen kurzem Moment den Eindruck hatte, dass alles wieder einigermaßen seine Schnur-Ordnung hätte. Aber dann ging die Welt unter und der Moment erwies sich als äußerst flüchtig.


Und dann? Und dann taten wir das einzig Richtige: zückten Schirme, Regencapes und Kapuzen und haben ihn gefeiert...den Weltuntergang. Mit Pauken, Trompeten, nassen Kameraobjektiven und Ballons...


Und wer jetzt denkt: "Och, sieht doch gar nicht so weltuntergangig aus", der orientiere sich hier einmal kurz an der Wahrheit:


Die Wahrheit beherbergt übrigens ein zentrales Problem: Die Ballons waren inzwischen so nass geregnet, dass sie nicht mehr richtig fliegen wollten.

Ich fasse an dieser Stelle zusammen: 
1. Verteile unterwegs Ballons an Passenten. 
Nix Check.
2. Zeig der Welt den grünen Ruhrpott.
Nix Check.
3. Verteile die Ballons quer übers Ruhrgebiet.
Nix Check.
4. Lass es Komplimente über den Ruhrpott regnen.
Nix Check.

Die Ballons, die es überhaupt in die Luft geschafft hatten, soffen recht ungalant irgendwo am Fuße der Halde in Oberhausen wieder ab. Tja. Aber so rot-weiße Schlappi-Ballons haben in grauer Schmuddelsuppe trotzdem ihren ganz eigenen Charme.


So. Aber mal ganz im Ernst: Die Aktion war ein Erfolg.

Nein, Ihr habt Euch nicht verlesen. Und mir sitzt auch kein Ironie-Schalk im Nacken. Ganz im Gegenteil! Die Aktion war nämlich deshalb ein Erfolg:


Weil wir Spaß hatten. Weil wir klitschnass waren und weitergemacht haben. Weil wir vor lauter Situationskomik und Gesamtabsurdität ganz viel gelacht haben. Weil ich am Schluss eine Runde Mettwürstchen und Babybells für alle geschmissen habe. Weil wir das Ding durchgezogen haben. Und vor allem weil uns alle eins verband: ganz viel Heimatliebe...bei Wind und Wetter. Und DAS ist was Besonderes.

"Sei verrückt und mach anderen eine Freude!" hatte Coca-Cola verlangt. Verrückter wäre kaum gegangen und die Freude haben wir uns selbst gemacht...und das hatten wir bei dem Wetterchen auch allemal verdient!


Merke I: Danke an die, die mit dabei waren! Danke fürs Durchhalten, fürs Trotzdem-gute-Laune-Haben, fürs Knoten und Posen, fürs Aufmuntern und Zusammensein!

Merke II: Und Entschuldigung an die, die danach mit einer Erkältung flach lagen!

Merke III: Ich lade Euch im November gerne auf eine Runde Ruhrpott-Kohla ein,
wenn Ihr wollt. Ich würde mich freuen!


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