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28. August 2014

Ein Video, ein Video! Und ein güldener Schutzengel!

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, ich möchte ja ständig Videos drehen. Sitze ich im Auto und höre ein gutes Lied, flutscht mir ein ganzes Video, Szene für Szene, durchs Schädelchen und am liebsten würde ich sofort Hinz und Kunz mobilisieren und einen Drehtermin festlegen. Aber die Sache hat einen Haken: Ich finde meine Bumsbirne in Videos einfach fürchterlich doof. Auch wenn ich mittlerweile eine dicke Fotohaut entwickelt habe, gilt das noch lange nicht für Filmaufnahmen. Mittlerweile bin ich über heimatPOTTEntial ja ein paar Mal im TV gewesen und ganz ehrlich: Ich habe mir die Sendungen jeweils eiiiinmal kurz und mit zusammengekniffenen Augen angesehen und danach nie wieder. Weil ich meine gefilmte Bumsbirne einfach doof finde.


Aber Videos finde ich - als altes MTV-Kind - trotzdem toll. Aber vielleicht ist das ein bisschen wie zu Karneval. Verkleiden finde ich nämlich absolut super! Ideen spinnen, herumexperimentieren, alles zusammensuchen, basteln, schminken und so. Aber wenn es dann heißt: "So, ab auffe Straße! Feiern!", dann verliere ich schlagartig die Lust. Sprich: In der Vorstellung YAY, in der Umsetzung NAY.

Nun habe ich aber vor ein paar Wochen trotzdem ein Video gedreht. Und wie bei allem, was man zum ersten Mal macht, galt: "Boah, gar nicht so einfach!". Tagelang habe ich in imovie herumgefrickelt, geschnitten, gefiltert, gedingst, gebumst (ähhhh...), Musik zur Untermalung gesucht und meine Bumsbirne mit zusammengekniffenen Augen ertragen. Meine Mutter sagt immer: "Hömma, es gibt FilmSTARS, die ihre eigenen Filme nie anschauen, weil sie sich selbst nicht sehen können". Joa. Kann sein. Aber nu bin ich ja kein Filmstar. Deshalb hinkt der Vergleich n bisskn.

Nun denn, also Augen fast (!) zu und durch...und zwar aus gutem Anlass!

Als Blogger mit ganz okayen Klickzahlen bekommt man ja jeden Tag irgendwelche Kooperationsanfragen in den Postkasten gespült. Meist handelt es sich dabei um großen Mist wie Onlinepokergedöns oder "Wir wollen unseren langweiligen Content auf Deiner Seite posten und Du bekommst dafür einen feuchten Händedruck und sagenhafte 5 Euro". In solchen Fällen gilt: lächeln und winken und NEIN sagen.

Aber ganz manchmal gibbet auch wirklich tolle Anfragen. Und in diesem besonderen Fall habe ich mich sogar hinterm Video-Ofen hervorlocken lassen:

Ihr kennt doch die Provinzial? Die Versicherung mit dem güldenen Schutzengel im Gepäck?! Klar, kennt Ihr. So. Nun hat sich die Provinzial was Tolles ausgedacht - und zwar einen Kreativ-Wettbewerb für Jugendliche, bei dem der Schutzengel-Award gewonnen werden kann.



Schüler zwischen 14 und 18 Jahren können sich als Schulklasse oder Clique mit einem kreativen Beitrag bewerben und eine Reise nach Berlin, Hamburg oder Kölle gewinnen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, denn ob Song, Kunst, Fotos, Tanz, Theater oderoderoder...alles geht und wird von einer reizenden Jury auf der Suche nach der schönsten / besten / tollsten Einsendung in Augenschein genommen.

Und in dieser reizenden Jury sitze - unter anderem - ICH!


HA! 

Als Sozialpädagogin mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit und mit Freude an kreativen Machenschaften hab ich da natürlich doppelt und dreifach Spaß inne Backen und bin nicht nur begeistert, dass ich meinen Senf dazu abgeben darf, sondern auch schlicht und einfach von der Sache an sich. Und deeeeshalb hab ich dann sogar selbst ein Video gedreht, denn als Jurymitglied sollte man sich den potentiellen Teilnehmern natürlich anständig vorstellen.

So. Und jetzt zeige ich es Euch. Also das Video. Und am liebsten würde ich jetzt 3-76 Sachen aufzählen, die daran nicht perfekt sind, aber ich sachet mal so: Versuch macht kluch, kein Meister vom Himmel blabla und ich muss dringend noch herausfinden wie man untermalende Musik zart ausfadet. So ein plötzlicher Bruch kommt nämlich n bisskn panne. Also habt Nachsicht, bidde!



Und auch wenn es so aussieht, als ob ich da einfach nur vor einer Efeuwand rumgestanden hätte, lautet die Wahrheit wie folgt: Ich stand vor vieeelen Efeuwänden (doofes Licht, Bauarbeiterlärm, Autokrach), stand vor Zäunen, Mauern und in Ellens Garten. Hockte auf Wohnzimmersofas rum, posierte in Straßenschluchten oder vor Fördertürmen. Und deshalb DANKE an Heidi, Fee und Ellen, die dieses ganze Wirrwarr mit mir mitgemacht haben. (Eigentlich wollte ich noch ein Outtakes-Video erstellen, denn selbstverständlich habe ich bei den Aufnahmen unterm Strich viel mehr Blödsinn als grade Sätze zustande gebracht. Und Blödsinn ist mit ein wenig Abstand ja schon ganz schön lustig...).

Jeeedenfalls: Kennt Ihr Schüler? Seid Ihr Lehrer? Hampelt Ihr irgendwo mit Jugendgruppen rum? Dann erzählt Ihnen doch mal vom Schutzengel-Award! Vielleicht haben sie ja Lust, kreativ zu werden und mitzumachen?! Fänd ich gut. Sehr, sehr gut!

Merke: Nix. Darf auch mal sein.

18. Juni 2014

Eine Verlosung zur Extraschicht 2014

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, bald isset wieder soweit: Im Pott wird gefeiert, denn das alljährliche Extraschicht-Festival steht an!


Ich habe für dieses Jahr meine gesamte Verwandtschaft zur Feierei eingeladen, denn ein Großteil meiner Sippe lebt leider in Hessen und muss tatsächlich ein halden- und förderturmloses Dasein fristen. Und weil das eine wahrlich traurige Angelegenheit ist, gibbet keine bessere Gelegenheit als die Extraschicht, um ihnen eine angemessene Dosis "Ruhrpott" zu verpassen.


Nun wartet das Festival mit einem monströsen Programm auf: 2000 Künstler lassen an 50 Spielorten in 20 Städten die gesamte Region hochleben und man kann schomma leicht bekloppt werden, wenn man das Programmheft durchackert, um seine Qual der Wahl zu treffen. Das sind sagenhafte 200.000 Möglichkeiten, Orte und Veranstaltungen zu kombinieren. Fast n bisskn unglaublich, oder?!

Im letzten Jahr bin ich jedenfalls auf dem Zollvereingelände herumgeturnt und in dem Jahr davor war ich im Dortmunder U zu Gast. Klar, dass ich mir für dieses Jahr also andere Spielstätten herauspicken wollte. Und auch wenn ich der Verwandtschaft "Jaja, datt Programm steht. Ich hab allet geplant!" sage, stimmt das nur zur Hälfte, denn es gibt einfach viel zu viel Tolles, was es zu verpassen gibt. Nur eins weiß ich mit Sicherheit: Um 21:15 Uhr werde ich mit Allemann im Bochumer RewirpowerSTADION stehen und Pipi inne Augen haben, wenn die Bochumer Symphoniker "unter Einbindung von Chören und Besuchern" zu einem Singalong rund um Popklassiker und Fußballfangesängen in Stadionatmosphäre auffordern werden. (Wehe, da wird nicht Herberts Bochum angestimmt!)

So. Aber genug von mir, denn JETZT seid IHR dran:


Und so staubt Ihr die Tickets ab: Hinterlasst unter diesem Post einen Kommentar und erzählt mir, mit welchem Spielort oder welchen Spielorten Ihr liebäugelt. Ihr habt Euch noch keine genauen Gedanken gemacht? Dann bekommt Ihr HIER einen Überblick über die Angebote. 


  • Volljährige können gerne mitmachen, Minderjährige müssen ihre Erziehungsberechtigten anstacheln.
  • In den Lostopf schaffen es nur diejenigen, die eine gültige Mailadresse hinterlassen. Link zum eigenen Blog oder zu einem Google-Konto ungleich Mailadresse!
  • Facebook-Kommentare zu diesem Post werde ich mit Blick auf den Lostopf nicht berücksichtigen. Da wird man im Zweifelsfall nämlich bekloppt oder verklagt.
  • Teilnahmeschluss ist am Samstag, den 21. Juni 2014 um 21 Uhr.
  • Die Tickets werden Euch dann vom Veranstalter per Post zugesandt.

So. Jetzt bin ich gespannt, wo es Euch im Rahmen der größten POTTparty vonne Welt hinverschlagen soll. Vielleicht geht es Euch ja wie mir und Euer POTTherzchen tut sich ebenfalls mit der Wahl ordentlich schwer?! Wie dem auch sei...vielleicht laufen wir uns ja dann sogar irgendwo über den Weg? Ich würde mich freuen! In diesem Sinne: Glück auf!

Merke I: Die Tickets kosten im regulären Vorverkauf 15 und an der Tageskasse 18€.
Jetzt wissta Bescheid.

Merke II: Achtung, Achtung:
Unbedingt die Teilnahmebedingungen lesen!

15. November 2013

Pudel und Mülltüten auf Zollverein

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, den heutigen Post habe ich schon viel zu lange auf Halde liegen. Das ist doppelt doof, weil es sich um eine ganz besondere Aktion im Rahmen der Ruhrtriennale handelt. Was daran doof ist? Dass die Aktion schon vorbei ist und ich somit nicht mehr sagen kann: Nix wie hin da!

Tja. Aber ein kleiner Rückblick hat auch noch keinem geschadet...also schauen wir uns ihn mal an...den fast 20 Meter hohen Tower, der im Herbst für einige Wochen auf dem Zollverein-Gelände gastierte:


Gemeinsam mit Julius hab ich mir das Wassermonster vorgeknöpft, allerdings erst nach einer kleinen Power-Runde über das Gelände, weil ich unbedingt meine Batman-Leggins fotografieren wollte. Aber das ist eine andere (recht alberne) Geschichte.


Wie dem auch sei…zurück zum Tower, der binnen einer Minute 25.000 Liter Wasser in 4 Regenwänden auf den Installationsboden klatscht.

"Klatscht" ist übrigens recht treffend formuliert, denn der Tower macht klatschnass. Daran ändern auch die Leihregenmäntel nix. Jeder, der sich in den Tower traut, kommt wie ein begossener Pudel wieder raus...und friert. Und wer ist schuld? Die Künstler Stuart Wood, Hannes Koch und Florian Ortkrass vom Londoner Studio Random International. Deshalb heißt der Tower mit vollem Namen auch Random International Tower


Ich wollte jedenfalls mal wieder schlau sein und hatte meinen Freund den Panda-Regenschirm dabei. Sollten die Anderen doch klatschnass werden. Panda würde mich schon retten. Pfff...elender Verräter!


In der Sekunde, in der ich zartfüßig den Tower betrete, macht der bescheuerte Panda schlapp und klappt über meinem Kopf zusammen. Also mache auch ich einen auf begossenen Pudel und knüpfe Freundschaft zu einer kleinen Tower-Besucherin, die ein viel cooleres Regendress trägt als ich.


Nun muss man ja mal ehrlich sein und sagen: Die Fotos sind ganz großer Mist und ich sehe aus wie eine aufgeblasene Mülltüte. Aber meine lila-pinke Kumpanin reißt es halbwegs raus!


Julius hinter der Kamera klitschnass, ich klitschnass, Kamera klitschnass. Tja. Ab nach Hause und unter die warme Dusche. Aber jeder unter seine eigene...wohlgemerkt!

Und weil man THEORETISCH wirklich richtig grandiose Fotos rund um den Tower aufnehmen konnte, zeige ich Euch heute noch ein paar, die Instagram-Kumpel Markus Hoppe gemacht hat, damit Ihr die Wasserinstallation auch mal ohne mich aufgeblasenen Mülltüten-Hampelmann seht:


Danke für die milde Gabe, Markus! Guten Tag und guten Weg...bis zum nächsten Mal anne heimatPOTTential-Front. Ich werde das Wochenende im Essener Unperfekthaus auf der BLOGST-Konferenz verbringen und platze jetzt schon fast vor Vorfreude und Aufregung. Was hab ich mir nur gedacht, als ich gesagt habe "Ich als Sprecher vor 130 Leuten? NA KLAR!"? Alter Vatta...da geht mir mein Pott-Popo abba ordentlich auf Grundeis.

Naja...Augen zu und durch...diesmal ohne Schirm.


Merke: Man kann Markus auf Facebook folgen!
Und auf Instagram natürlich auch. 
Ich empfehle beides.


7. November 2013

Auf der pottschen Eisenbahne...

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, Ausflüge sind ja watt Feinet. Man kann im Pott zu Fuß auf Trallafitti gehen oder per Fahrrad auffm Ruhrtalradweg. Man kann middm Auto durch die Gegend gurken oder auf Skates oder aufm Skateboard. Aber mal ehrlich...Fuß, Auto, Rad...datt is ja alles nix Besonders. Kann ja jeder. Naja, fast jeder.

Und weil ich besondere "Sachen" gut finde, bin ich letztens midde Ruhrtalbahn durch die pottsche Walachei gejückelt. 

Alle einsteigen, alle einsteigen! Heute nehme ich Euch mit auf eine Dampfzug-Tour durch das herbstliche Ruhrtal!


Was Schienenverkehrsnostalgie angeht, hab ich ja ehrlich gesagt keine Ahnung von nix. Ich finde alte Lokomotiven in alten Filmen romantisch. Feddich. Und weil das natürlich eine sehr unqualifizierte und einseitige Betrachtungsweise ist, wurde es (Aaachtung Schenkelklopfer -> ) höchste Eisenbahn für einen Praxistest.

Also hab ich extra ein Kleidchen und meine Sonntagsschühchen angezogen, falls ich vom Zugfenster aus irgendjemanden auf dem Bahnsteig romantisch hätte zuwinken wollen. Naja. Aber als der Zug losfuhr und ich meinen Kopf ausm Fenster hielt, hab ich erst mal von ein paar Zweigen eine gewischt bekommen. Also hab ich das mit dem Winken gelassen und dem "Nicht hinauslehnen"-Schild doch noch gehorcht.


Und was macht man, wenn man den Kopp nich ausm Fenster haltn kann? Erst mal was essen. Klar. Und ich hatte da gaaanz zufällig auch etwas vorbereitet. Dreierlei lecker Bütterken...


Aber wenn ich gewusst hätte, dass während der ganzen Fahrt zwei Herrschaften in adretter Berufsbekleidung von anno dazumal durch die Abteile hoppeln und Frikkos und Co. anbieten, dann hätte ich meinen Picknickkorb vielleicht doch zu Hause gelassen.

Apropos anno dazumal...genau das ist das Tolle an so einem Muesumszug: Es sieht alles wie früher aus (ach was?!).  Zwar bin ich nicht alt genug, um das tatsächlich ausm Stand so beurteilen zu können, aber ältere Herrschaften werden mit Sicherheit einen Flashback nach dem anderen erleben. Lok, Waggons und Angestellte...allet stilecht!


Angestellte?! Soweit ich weiß, sind die Angestellten gar keine Angestellten, sondern Damen und Herren mit einem solch riesengroßen Eisbahnnostalgie-Herz, dass sie die pottsche Dame sogar ehrenamtlich am Laufen halten. 

Und dass die Leute dort wirklich mit ganz viel Herzblut dabei sind, wurde spätestens deutlich, als wir vorne auffe Dampflok ein Stückchen mitfahren durften!


Was soll ich sagen...keine Ahnung von nix und trotzdem reichlich Spaß inne Backen! Und damit meine ich MICH und nicht etwa den Lokführer. Denn dass es sich da um eine richtige Wissenschaft handelt, wurde sogar mir schlagartig klar. Und als dann direkt neben mir Kohle geschaufelt wurde, ist mir wahrscheinlich schön die Kinnlade runtergeklappt. Denn ich Birni hab tatsächlich nie weiter drüber nachgedacht, warum ne Dampflok denn wohl Dampflok heißt. Macht halt Dampf, ne?! Aber warum...joa…die Frage hab ich mir einfach nie gestellt. Schlau is ma widda anders.

Was ich aber eigentlich sagen möchte: Fahrt mal mit der Ruhrtalbahn! Das macht Krach...und Spaß und ermöglicht mal einen ganz anderen Blick auf das Ruhgebiet! Man kann übrigens zwischen manchen Stationen sogar auf den Außenplattformen stehen, sich die Gegend beschauen und den Kopf in den Pottwind halten.


Und wer sich jetzt ein noch besseres Bild von meinem kleinen Erlebnisbericht machen möchte, der guckt sich einfach datt folgende Filmchen an:




Merke I: Im Dezember bietet die Ruhrtalbahn eine Nikolausfahrt an.
Das finde ich ziemlich großartig! Wenn das mal kein toller Tipp für Familien ist?!

Merke II: Man kann die Fahrt wunderbar mit einem
Besuch im Eisenbahnmuseum verbinden.
Muss ich noch nachholen, aber nach getaner Arbeit
war ich einfach feddich midde Welt...



21. Oktober 2013

Auf Kokerei Zollverein

Liebes Ruhrgebiet und Rest vonne Welt, gestern habe ich mal wieder watt gelernt!

1. Geführte Foto-Touren sind nicht zwangsläufig doof.
2. Hätte man früher einen Zollverein-Kumpel mit einem Zollverein-Koker in einen Topf geworfen, hätte man höchstwahrscheinlich von beiden ordentlich eine gedongt bekommen. 


Aber fangen wir vorne an: Die Blogowskis hatten gestern eine Foto-Tour auf Kokerei Zollverein gebucht...so richtig mit Gästeführer und Routenplan und Zeitangabe und Teilnahmekosten. Und weil ich dachte, dass geführte Touren bestimmt nix für mich alten Stechschritt-Galopper sind, hab ich mich erst ordentlich geziert...und dann morgens spontan "Ach, watt solls...wennet doof is, gehste halt durch das erste Loch inne Wand wieder nach Hause" gedacht und war mit vonne Partie.


Als die Tour losgeht, sorgt der freundliche Gästeführer, den ich jetzt die ganze Zeit Gästeführer nennen muss, weil ich seinen Namen leider nicht weiß, für die Aufklärung des Monats: Die Kokerei Zollverein (übrigens die ehemals größte Zentralkokerei Europas!) wird gerne von Hinz und Kunz einfach mit der Zeche Zollverein in einen Topf geworfen, obwohl es sich dabei um eine ganz eigene Kiste handelt. Das mag jetzt nicht allzu spannend klingen, aber da ich da ständig rumturne, sollte ich das auch anständig unterscheiden können. Kann ich jetzt. Und Ihr auch.

Die erste Station führt uns auf das Dach der Kokerei. Ein traumhafter Blick über die Essener Innenstand in Kombination mit den zwei Wolkenmülleimern und dem schönsten Indian Summer lässt meine letzten Foto-Tour-Vorbehalte auf einen Schlag verpuffen. Das Tolle an so einer Foto-Tour ist nämlich, dass der Gästeführer den goldenen Schlüssel zu allen möglichen super Foto-Locations hat, zu denen einem sonst kein Zutritt gewährt wird.


Ich halte meine Schmuddelschühchen über das leere Werksschwimmbadbecken (ein tolles Wort für die nächste Runde Galgenmännchen!)...


...fröne meinem Zechenfetisch UND meiner Herbsthystrie auf einen Schlag...


...und nutze die erstbeste Spiegel-Gelegenheit für das altbewährte ironische Peace-Zeichen-Spielchen. Spätenstens an diesem Punkt bin ich mir sicher: Datt wird ein guter Tach!


Wir dackeln durch das Innere der Kokerei, sehen eine Menge Zeuchs, von dem wir keine Ahnung haben, finden aber trotzdem alles "Ohhhh...und Wooow!". Hauptsache et macht auf dem Foto watt her.


Und dann isset soweit: Ich beschreite sie! Die Treppe, die ich seit Jahren anhimmle, wenn ich im Kokerei-Café sitze. Allerdings trennte uns immer eine Glaswand. Dieses traurige Schicksal wußte der freundliche Gästeführer heute zum Guten zu wenden. Hach! (Da könnt ich jetzt zur Feier des Tages locker 15 Fotos von posten. Aber ich reiß mich mal zusammen...)


Wieder an der frischen Herbstluft wandeln wir über das Becken, das in gut 1,5 Monaten wieder zum jährlichen Eislaufen auf Zollverein einladen wird. Der Gästeführer erzählt mir Dinge über die Dinge die 304 Koksöfen da am rechten Rand und während er erzählt bin ich sicher, dass ich das alles würde behalten können. Das waren nämlich gar nicht mal so unspannende Dinge. Tja. Hab ich trotzdem vergessen. Doof.

Da fällt mir ein: Auf der grünen Wiese habe ich vor ein paar Jahren mal im Sommer gepicknickt und Backgammon gespielt. Kann man durchaus mal machen...so mitten inne Kokerei-Pampa.


Apropos grün...allerfeinste Industrienatur gibbet auf Zollverein natürlich auch:


Na gut, das waren jetzt eher sehr karge Beispiele. Aber Büsche und Sträucher sehen auf Fotos nur so mittel aus...ganz im Gegensatz zu Rost in Kombination mit Symmetrie!


Und so sind wir da so rumgeklettert, haben durch Löcher gespinkst, auf feuchten Böden rumgelegen und sind durch unterirdische Tunnel gewandert. Im Schornstein waren wir übrigens auch, aber die Fotos konnten sich leider nicht qualifizieren.


Kurz vor Schluss kam dann mein persönliches Highlight: Wir durften dem Sonnenrad, das leider ein rostiges Dauerschläfchen hält, auf die Stahlpelle rücken! Früher drehte es an den Wochenenden von Mai bis Oktober seine Runden und gondelte Besucher durch die Koksofenbatterie, in der früher bis zu 1000 Grad heißer Koks bollerte.

Aber im Werksschwimmbad bin ich immerhin schon mal geschwommen..aber mit Wasser drinne.


So. Irgendwann war auch dann auch das letzte Foto im Kasten und ich habe mich mit folgenden Worten vom freundlichen Gästeführer verabschiedet: "Danke schön! Das haste nicht nur richtig gut, sondern auch richtig nett gemacht!". Denn das muss man erst mal können: Niemandem ein Kotelett ans Ohr quatschen und trotzdem schlau, unterhaltsam und unaufdringlich sein. 

Rumlaufen, Rumgucken und Rumfotografieren macht natürlich sehr hungrig. Also sind wir auf eine Runde Lekkilekki im Kokerei Café eingekehrt: Waffeln mit Kirschen für die Anderen und Kartoffelsuppe mit Mettwürstchen für mich...wisster Bescheid!


Gut gelaunt und frisch gestärkt wollten wir dann den Heimweg antreten. Naja, das klingt so, als wäre es uns nicht gelungen. Doch, ist uns gelungen...und zwar besonders schön, denn plötzlich platzte die Wolkendecke auf! Und wenn Industriekulissen eins können, dann vor blauem Himmel wie famose Rockstars aussehen. Yeah!


Und so ging er zu Ende...ein schöner Zollvereintag mit einer ordentlichen Dosis Herbst. Und ehe Ihr fragt...Infos zu Kosten, Dauer und Inhalt der Tour findet Ihr hier: KLICK! Die Tour hat allerfeinstes heimatPOTTential und sei hiermit absolut empfohlen.


Herzlichen Dank an die nette Blogowski-Gesellschaft! Mit dabei waren:

Serpil von Monstergraphie
Berit von Marmelade Kisses
Anastasia von Stilzitat
Carmen von Fabulatoria


Merke: Auf dem Zeche (!) Zollverein Gelände hängt ne Schaukel rum!
Wer suchet...

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